Tante Enso bringt Supermärkte zurück in vergessene Dörfer Deutschlands
Miriam HoffmannTante Enso bringt Supermärkte zurück in vergessene Dörfer Deutschlands
Ein neues Supermarktmodell bringt den lokalen Einkauf in unterversorgte ländliche Regionen Deutschlands zurück. Tante Enso, ein genossenschaftlich getragenes Ladennetz, hat bundesweit bereits fast 90 Filialen eröffnet und schließt so Lücken, die große Handelsketten hinterlassen haben. Das Konzept verbindet die Gemütlichkeit des traditionellen Tante-Emma-Ladens mit modernem Einzelhandel – und hilft damit Gemeinden, in denen der nächste Supermarkt oft Kilometer entfernt liegt.
Die Idee entstand im Lemgower Ortsteil Schweskau, nachdem Edeka seine dortige Filiale geschlossen hatte. Plötzlich mussten Anwohner 11 Kilometer fahren, um den nächsten Supermarkt zu erreichen. Seit Ende 2023 sorgt ein Tante-Enso-Markt in der Region wieder für bequemen Zugang zu Lebensmitteln.
Jede Tante-Enso-Filiale funktioniert nach dem Genossenschaftsprinzip: Ein festgelegter Prozentsatz der Ortsansässigen muss dem Modell beitreten, bevor ein Laden eröffnet werden kann. Im Gegenzug erhalten sie Rabatte beim Einkauf. Mitglieder bekommen zudem einen Schlüsselanhänger für 24/7-Zutritt – so können sie rund um die Uhr einkaufen.
Die Läden führen eine Mischung aus Bio- und Regionalprodukten sowie bekannte Markenartikel, die von Rewe beliefert werden. Dieses hybride Konzept kommt besonders in kleineren Orten an, die von großen Händlern oft ignoriert werden. Jetzt plant Enso eine weitere Expansion und will bis zu 36 Tegut-Standorte übernehmen – die meisten davon in ländlichen Gebieten mit wenig Konkurrenz.
Das Tante-Enso-Modell ist für viele Gemeinden, die vom Einkauf abgeschnitten sind, ein Rettungsanker. Mit fast 90 bereits eröffneten Filialen wächst das Konzept weiter und zielt auf Dörfer ab, in denen der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt liegt. Für viele Anwohner bedeutet das die Rückkehr zum bequemen Einkauf vor Ort – ohne Auto.






