Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Gasmangel und fordert rasche Energiewende
Ben HofmannOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiepreise - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Gasmangel und fordert rasche Energiewende
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat ernste Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit Deutschlands geäußert. Angesichts eines Gaslagerbestands von nur noch 22 Prozent – deutlich unter den Werten des Vorjahres – warnt er vor möglichen Engpässen mit Beginn des Winters. Seine Kritik richtet sich auch gegen die erneute Diskussion der Bundesregierung über Atomkraft, die seiner Meinung nach das Vertrauen der Bevölkerung und die Planungsgrundlagen der Industrie gefährden könnte.
In einer Stellungnahme zur aktuellen Energiekrise betonte Lies die Dringlichkeit, die Gasbezüge zu diversifizieren. Er setzte sich für einen stärkeren Ausbau von Flüssiggas-Terminals ein, insbesondere für ein geplantes drittes Terminal in Wilhelmshaven. Ursprünglich für Erdgas konzipiert, ließe sich die Anlage später auf klimafreundliche Alternativen umstellen.
Die Gasreserven sind stark gesunken und lagen Mitte März 2026 bei nur noch etwa 22 Prozent. Dies stellt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren dar – im Februar wurden noch 24 Prozent gemessen, was weit unter den früheren regulatorischen Zielen liegt. Lies warnte zudem, dass die Spannungen mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten, was die Diversifizierung der Bezugsquellen noch dringlicher mache.
Trotz Forderungen nach einem Comeback der Atomkraft als Lösung für die Krise lehnte Lies diesen Ansatz als kontraproduktiv ab. Stattdessen bekräftigte er seine Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere von Offshore-Windparks. Gleichzeitig forderte er die Mineralölkonzerne auf, gegen die stark gestiegenen Spritpreise vorzugehen, die an den Tankstellen für breite Verärgerung sorgen.
Lies verlangte von der Bundesregierung, alle möglichen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise zu prüfen. Sein Fokus liegt darauf, stabile Energiequellen zu sichern und gleichzeitig den Übergang zu nachhaltigen Alternativen zu beschleunigen.
Die deutschen Gasreserven befinden sich auf einem historisch niedrigen Stand – ein Alarmsignal vor dem bevorstehenden Winter. Zu Lies' Vorschlägen zählen ein drittes LNG-Terminal, engere Kooperationen mit Norwegen und den Niederlanden sowie ein schnellerer Ausbau der Erneuerbaren. Die Regierung steht nun unter Druck, zu handeln, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.






