Modedesigner Voortmans und Jisoo: Wie ein Streit die Macht der K-pop-Fans entfesselte
Miriam HoffmannModedesigner Voortmans und Jisoo: Wie ein Streit die Macht der K-pop-Fans entfesselte
Der belgische Modedesigner Benjamin Voortmans warf kürzlich der K-pop-Star Jisoo von Blackpink vor, geliehene Designs nach einem Fotoshooting nicht zurückgegeben zu haben. Die Vorwürfe lösten eine immediate Gegenreaktion ihrer hingebungsvollen Fangemeinde aus, die für ihre starke Präsenz in den sozialen Medien bekannt ist. Voortmans relativierte später seine Aussagen und verurteilte die online Hasskampagnen gegen die Sängerin.
Ursprünglich hatte Voortmans Jisoo namentlich genannt, um eine Reaktion ihres Teams zu provozieren. Er räumte ein, dass es ihm nie darum gegangen sei, sie persönlich anzugreifen. Nach der Kritik ihrer Fans bekannte er sogar seine Bewunderung für die Künstlerin und distanzierte sich von den negativen Reaktionen.
Der Designer hatte zunächst einem Interview mit WWD zugestimmt, lehnte dies später jedoch ab und erklärte, die Angelegenheit werde intern geklärt. Jisoo, die auf Instagram über 80 Millionen Follower zählt, verfügt über eine der einflussreichsten Fangemeinden im K-pop-Bereich. Dessen schnelle Mobilisierung gegen wahrgenommene Angriffe ist gut dokumentiert.
Experten verweisen auf die wachsende Macht von Fangruppen, die das Konsumverhalten prägen. Susan Kresnicka, Gründerin des Fandom Institute, betont, dass Fans heute erhebliche Kaufkraft entfalten. Eine Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass 75 Prozent der Fans die Fankultur genauso spannend – oder sogar noch spannender – finden als die Inhalte selbst. Michael Lewis, Marketingprofessor an der Emory University, verwies auf den Streit zwischen Taylor Swift und Scooter Braun im Jahr 2019 als Beispiel dafür, wie sich die „Swifties“ hinter ihrer Idolin versammelten, um sie zu verteidigen.
Marken, die von der Begeisterung der Fans profitieren wollen, müssen vorsichtig agieren. Fans lehnen eine übermäßige Kommerzialisierung ab und reagieren empfindlich, wenn ihr Einfluss untergraben wird. Der Vorfall zwischen Voortmans und Jisoos Team unterstreicht die Risiken, die mit einer Fehleinschätzung dieser Dynamik verbunden sind.
Mittlerweile hat sich der Konflikt zwischen Voortmans und Jisoos Team beruhigt; der Designer zieht sich aus der öffentlichen Diskussion zurück. Die Episode zeigt erneut, wie schnell sich Fangemeinden formieren können – und wie sorgfältig Marken diese Beziehungen gestalten müssen. Vorerst scheint es, als wollten beide Seiten ohne weitere Eskalation nach vorne blicken.






