Linksextremer Brandanschlag: 23-Jähriger gesteht Molotowcocktail-Attacken vor Gericht
Miriam HoffmannLinksextremer Brandanschlag: 23-Jähriger gesteht Molotowcocktail-Attacken vor Gericht
Ein 23-jähriger Mann, der als Tobias K. identifiziert wurde, steht vor dem Landgericht Hechingen wegen versuchten Mordes vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im vergangenen Oktober in Leibertingen, Baden-Württemberg, aus einem linksextremistischen Motiv heraus eine Serie von Brandanschlägen verübt zu haben.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen mehrere Angriffe mit Molotowcocktails, darunter einer auf das Wohnhaus eines ehemaligen lokalen Politikers sowie ein weiterer, bei dem Bewohner eines Wohngebäudes in Gefahr gebracht wurden. Tobias K. gestand vor Gericht, in der Nacht der Anschläge mehrere Molotowcocktails gezündet zu haben. Sein Anwalt verlas eine Erklärung im Namen des Angeklagten, in der dieser Reue und Scham für seine Taten zum Ausdruck brachte.
Laut Ermittlern begann der erste Angriff, nachdem Tobias K. behauptet hatte, AfD-Parolen an einem geparkten Auto gesehen zu haben. Vor Gericht gab er später an, dies als Provokation empfunden zu haben, woraufhin er das Fahrzeug in Brand setzte – es gehörte zur Partnerin von Michael K., einem Unternehmer und ehemaligen AfD-Kommunalpolitiker.
Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart geht von einem politischen Motiv aus. Sie wirft Tobias K. vor, als Einzeläter aus linksextremistischer Gesinnung heraus gehandelt zu haben. Kurz nach dem ersten Brand soll er ein weiteres Brandgerät auf ein Wohngebäude geworfen haben, in dem sechs Menschen schliefen.
Zu den Vorwürfen zählt auch ein Angriff auf Einsatzkräfte. Die Anklage behauptet, Tobias K. habe einen Molotowcocktail auf Polizisten und Feuerwehrleute geschleudert, die am Tatort eintrafen.
Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte April gerechnet.
Offizielle Zahlen zu vergleichbaren politisch motivierten Brandanschlägen durch linksextremistische Gruppen in Baden-Württemberg seit 2020 liegen in den verfügbaren Quellen nicht vor. Das Gericht wird nun die Beweislage und Zeugenaussagen prüfen, bevor es sein Urteil fällt. Bei einer Verurteilung drohen Tobias K. nach deutschem Recht schwere Strafen. Die Verhandlungen werden in den kommenden Wochen mit weiteren Terminen fortgesetzt.






