Jungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und Führungswechsel nach Streik in Lüneburg
Nina SchulzJungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und Führungswechsel nach Streik in Lüneburg
Jungheinrich meldet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal
Jungheinrich hat für das erste Quartal dieses Jahres einen deutlichen Rückgang der Erträge verzeichnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Unternehmens halbierte sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2023. Der Rückgang fällt in eine Phase harter Konkurrenz und Produktionsstörungen, die durch einen Streik im Werk Lüneburg verursacht wurden.
Die Meldung folgt auf einen Wechsel in der Finanzführung. Heike Wulff, die ehemalige Finanzvorständin, verließ das Unternehmen früher als geplant, nachdem ihr Vertrag nicht über das ursprüngliche Enddatum im Mai 2027 hinaus verlängert worden war.
Die finanziellen Schwierigkeiten von Jungheinrich spiegeln sich auch in der Marktbewertung wider. Seit Ende 2025 hat sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens um fast 30 Prozent verringert und liegt nun bei etwa 2,6 Milliarden Euro. Der Rückgang des EBIT stellt einen erheblichen Rückschlag für den Hersteller von Industrielagermitteln dar.
Die Kontrolle über das Unternehmen bleibt fest in der Hand der Gründerfamilie. Die 54 Millionen stimmberechtigten Stammaktien, die nicht öffentlich gehandelt werden, sind gleichmäßig auf die Nachkommen des Firmengründers Friedrich Jungheinrich aufgeteilt. Diese Anteile machen 53 Prozent des Gesamtkapitals aus, während die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien im MDAX notiert sind.
Als Reaktion auf Wulffs Abgang hat Vorstandschef Lars Brzoska vorübergehend die Verantwortung für den Finanzbereich übernommen. Er wird die Finanzoperationen leiten, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Der Führungswechsel erfolgt in einer Phase wachsenden Drucks, in der das Unternehmen sowohl mit betrieblichen Herausforderungen als auch einer schwächeren Marktposition konfrontiert ist.
Der Streik im Werk Lüneburg verschärfte die Probleme des Unternehmens zusätzlich, unterbrach die Produktion und trug zum Rückgang der Profitabilität bei. Gleichzeitig haben Wettbewerber den Druck erhöht und die Margen von Jungheinrich in einem schwierigeren Marktumfeld weiter belastet.
Jungheinrich steht nun vor der Aufgabe, die finanzielle Performance zu stabilisieren und gleichzeitig einen neuen Finanzvorstand zu suchen. Der Marktwert des Unternehmens ist deutlich gesunken, und die Erträge haben unter dem Wettbewerbs- und Betriebsdruck gelitten. Brzoskas vorübergehende Leitung des Finanzressorts wird eine Schlüsselrolle spielen, während das Unternehmen daran arbeitet, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.






