07 April 2026, 10:18

Junge Aktivist:innen aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 jüdische Opfer in Sobibor

Gedenktafel an einem Gebäude angebracht mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in dunklem Material mit einem dekorativen Rahmen.

Junge Aktivist:innen aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 jüdische Opfer in Sobibor

Eine Gruppe junger Aktivist:innen aus Halle hat Gelder für eine Gedenktafel gesammelt, die an 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt erinnern soll. Die von einer Hamburger Künstlerin gestaltete Tafel wird im ehemaligen Vernichtungslager Sobibor angebracht. Ihr symbolisches Design zeigt zwei Hände – eine große und eine kleine –, die die Verbindung zwischen Familien in ihren letzten Momenten darstellen sollen.

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Das Projekt ist Teil des "Tagebuchs der Gefühle", einer Initiative, die junge Menschen mit den Schicksalen der Halleschen jüdischen Familien verbindet, die während der Schoa ermordet wurden.

Die Kampagne begann damit, dass die Jugendlichen Schrott sammelten und Spenden akquirierten, um das Mahnmal zu finanzieren. Mit den erzielten Mitteln wird eine steinerne Gedenktafel entstehen, die von einem ortsansässigen Steinmetz gefertigt und im Juni 2026 enthüllt werden soll. Neben der Spendenaktion haben die Teilnehmenden persönliche Reflexionen über das Leben der Opfer verfasst und so ihr Verständnis für die Vergangenheit vertieft.

Das Design der Tafel stammt vom Comiczeichner Nils Oskamp und zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die größere Hand symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die einander bis zuletzt Halt gaben. Die kleinere steht für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle.

Im Juni 2026 planen die Aktivist:innen eine Bildungsreise nach Sobibor. Vor Ort werden sie die fertige Gedenktafel besichtigen und sich mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzen. Die Reise soll den Deportierten und Ermordeten gedenken und gleichzeitig dafür sorgen, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.

Die Tafel wird als dauerhafte Erinnerung an 155 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Halle stehen. Ihre Namen und Schicksale, bewahrt durch das "Tagebuch der Gefühle", finden nun an dem Ort, an dem sie ihr Leben verloren, einen sichtbaren Niederschlag. Mit der Vollendung des Projekts entsteht zudem eine bleibende Verbindung zwischen der Jugend der Stadt und ihrer Vergangenheit.

Quelle