26 April 2026, 22:16

Ex-Ministerpräsident fordert Ende der AfD-"Brandmauer" – und löst Debatte aus

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa und Text, der die Partei bewirbt.

Ex-Ministerpräsident fordert Ende der AfD-"Brandmauer" – und löst Debatte aus

Peter Müller, ehemaliger Ministerpräsident des Saarlandes und früherer Richter am Bundesverfassungsgericht, hat dazu aufgerufen, die Debatte über die politische "Brandmauer" gegen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu beenden. Er argumentiert, dass die bisherigen Strategien – einschließlich Verbotsdiskussionen und Ausgrenzungstaktiken – gescheitert seien, um den wachsenden Einfluss der Partei einzudämmen.

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Müller verwies darauf, dass rechtspopulistische Politiker in Europa wie Viktor Orbán und Geert Wilders zwar kürzlich Rückschläge erlitten hätten, die AfD jedoch weiterhin an Zuspruch gewinne. Er warnte, dass laufende Verbotsverfahren der Partei lediglich erlaubten, sich als Opfer darzustellen – ohne dass ein Erfolg garantiert sei.

Der ehemalige Richter betonte zudem, dass die "Brandmauer" gegen die AfD in der Praxis bereits bröckle. Er verwies auf Fälle, in denen etablierte Parteien wie CDU und SPD in Rheinland-Pfalz in bestimmten Fragen gemeinsam mit der AfD abgestimmt hätten. Müller plädierte dafür, dass zwar gezielte Koalitionen mit der AfD tabu bleiben sollten, Parteien aber richtige politische Inhalte nicht allein deshalb ablehnen dürften, weil die AfD sie unterstütze.

Um dem Aufstieg der AfD entgegenzuwirken, forderte Müller die etablierten Parteien auf, effektiver zu regieren und Repräsentationslücken zu schließen – insbesondere in den Bereichen Migration und Sicherheit. Als Vorbild nannte er erfolgreiche Wahlkämpfe in den Niederlanden und Ungarn, wo Kandidaten sich auf konkrete Bürgeranliegen konzentriert hätten statt auf ideologische Grabenkämpfe.

Müllers Vorschläge deuten auf einen Strategiewechsel hin: Statt die AfD zu isolieren, sollten sich die demokratischen Parteien inhaltlich messen und politische Vertretungsdefizite beheben. Seine Äußerungen spiegeln eine grundsätzliche Debatte wider, wie man auf die wachsende Wahlerfolge der Partei reagieren kann, ohne ihren Zulauf ungewollt zu verstärken.

Quelle