Deutsche Bahn reformiert Bauplanung für weniger Störungen im Schienennetz
Ben HofmannDeutsche Bahn reformiert Bauplanung für weniger Störungen im Schienennetz
Die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, DB InfraGO, hat die Planung von Bauarbeiten neu organisiert. Die Änderungen zielen darauf ab, Störungen zu verringern, indem Projekte in zwei klar abgegrenzte Kategorien eingeteilt werden. Reisende und Güterverkehrsunternehmen könnten dadurch bald von längeren Phasen ohne Unterbrechungen profitieren.
Das neue System unterteilt Schienenprojekte in "Instandhaltungsfenster" und "Investitionsbaustellen". Unter Instandhaltung fallen nun kurzfristige, routinemäßige Arbeiten, die in der Regel alle vier bis acht Wochen nächtliche Einstrecken-Sperrungen erfordern.
Investitionsbaustellen hingegen umfassen größere Modernisierungen und Großprojekte. Diese erfordern längere Vollsperrungen – von einem bis zu sechs Monaten. Nach Abschluss der Arbeiten folgen auf den betroffenen Strecken dann mehrjährige Phasen ohne nennenswerte Beeinträchtigungen.
Die Umstrukturierung ist das Ergebnis jahrelanger Vorplanung, da große Schienenprojekte üblicherweise lange im Voraus von der Bundesregierung terminiert werden. Die Deutsche Bahn wies zudem Vorwürfe zurück, es gebe ungewöhnlich viele kurzfristige Baustellen auf der RE1-Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin.
Die Neuerung bedeutet: weniger, aber dafür konzentrierte Bauphasen. Fahrgäste und Logistikunternehmen müssen zwar während der Modernisierungen mit längeren Sperrungen rechnen, profitieren dafür aber von deutlich längeren störungsfreien Zeiträumen im Anschluss. Die Änderungen spiegeln den Versuch wider, Effizienz und Zuverlässigkeit im deutschen Schienennetz besser in Einklang zu bringen.






