Braunschweig plant radikale Wende: Aus Großem Hof wird lebendiges Kreativviertel
Philipp ZimmermannBraunschweig plant radikale Wende: Aus Großem Hof wird lebendiges Kreativviertel
Großer Hof in Braunschweig: Vom vernachlässigten Viertel zum kreativen Zentrum
Nach Jahren des Stillstands steht im Braunschweiger Großer Hof ein grundlegender Wandel bevor. Der Stadtrat stimmt am kommenden Dienstag über einen Plan ab, der das bisher untergenutzte Viertel in ein lebendiges Kreativquartier verwandeln soll. Derzeit prägt der Bezirk ein trauriges Bild: Leerstehende Schulen, übermäßige Parkflächen und eine fehlende Entwicklung seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg.
Die Neugestaltung soll die langjährigen Probleme des Viertels angehen, in dem geparkte Autos mittlerweile die wenigen Anzeichen urbanen Lebens überwiegen. Zwei geschlossene Schulen und schlecht konzipierte Freiflächen haben das Gebiet in einen Zustand dringenden Handlungsbedarfs versetzt. Für die Stadtplaner bietet sich nun die Chance, ein Viertel neu zu erfinden, das seit Jahrzehnten kaum Fortschritte erlebt hat.
Das Konzept der Stadt sieht ein autoreduziertes Kreativzentrum vor, das neuen Wohnraum, eine Quartiersgarage sowie Flächen für die Städtische Galerie, Ateliers und kreative Unternehmen umfasst. Zudem sind eine Kita und ein Familien- und Nachbarschaftszentrum geplant, während Grünflächen aufgewertet werden, um die Nachhaltigkeit zu stärken. Die Entwürfe orientieren sich teilweise an einem Wettbewerbsbeitrag eines Hamburger Architekturbüros aus dem Jahr 2024.
Für die Umsetzung des 60-Millionen-Euro-Projekts steuert Braunschweig 7,9 Millionen Euro aus eigenen Mitteln bei. Zusätzlich wird die Stadt Fördergelder aus dem Bundes- und Landesprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ beantragen. Bei Bewilligung würde der Große Hof offiziell zum städtebaulichen Sanierungsgebiet erklärt.
Die Abstimmung nächste Woche entscheidet, ob das Projekt in die nächste Phase geht. Bei einem positiven Votum entstehen im Viertel neuer Wohnraum, Kulturflächen und eine verbesserte Infrastruktur. Die Stadt erhofft sich dadurch eine Verringerung der Autodominanz und die Entstehung eines lebendigeren, nachhaltigeren Stadtteils.






