06 May 2026, 20:13

Boykottaufruf gegen Podcaster Berndt: Esken will Höcke die Plattform entziehen

Plakat wirbt für 'Die Stimme der liberalen Muslime' - Radio-Show mit Bildern von Menschen mit Headsets und Mikrofonen in Gespräch.

Boykottaufruf gegen Podcaster Berndt: Esken will Höcke die Plattform entziehen

Ein Streit ist entbrannt über die Interviews des Podcasters Benjamin Berndt mit rechtsextremen Persönlichkeiten, darunter Björn Höcke. Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken hat zu einem Boykott seiner Sendung ungeskriptet aufgerufen und wirft ihr vor, extremistische Ansichten zu verbreiten. Berndt hingegen betont, sein Ansatz ziele auf offenen Dialog ab – nicht auf Zustimmung.

Esken bezeichnete Höcke als „Faschisten“ und kritisierte, dass Werbebudgets von Unternehmen Interviews mit ihm finanzierten. Sie warnte, unkritisch verbreitete rechtsextreme Inhalte könnten Millionen von Klicks erzielen und beträchtliche Werbeeinnahmen generieren. Als Gegenmaßnahme schlug sie vor, Berndts Podcast auf eine schwarze Liste zu setzen, um solchen Figuren die finanzielle Unterstützung zu entziehen.

Auch der Spiegel meldete sich zu Wort und warf ungeskriptet eine „rechtslastige Tendenz“ vor sowie das Versäumnis, Gäste mit kritischen Fragen zu konfrontieren. Berndt verteidigte seine Arbeit und argumentierte, die Dämonisierung Höckes durch die etablierten Medien habe das Interesse an seinem Podcast erst befeuert. Er verwies darauf, dass in seiner Sendung auch linke Politiker zu Wort kämen – nicht nur Rechtsextreme.

Esken blieb hart und forderte Unternehmen auf, ihre Werbung aus dem Podcast abzuziehen. Sie betonte, dass rechtsextremen Führungsfiguren eine unkritische Plattform zu bieten, deren Ansichten normalisiere und ihre Einflussnahme finanziere.

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Die Debatte zeigt die Spannung zwischen Meinungsfreiheit und den Risiken der Verbreitung extremistischer Stimmen. Eskens Boykottaufruf setzt Werbetreibende unter Druck, ihre Ausgaben zu überprüfen. Berndt hingegen beharrt darauf, dass seine Interviews dem öffentlichen Diskurs dienten – und nicht der politischen Propaganda.

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