Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Kolumbus in Washington und ein Mahnmal in Brandenburg
Philipp ZimmermannZwei Denkmäler, zwei Geschichten: Kolumbus in Washington und ein Mahnmal in Brandenburg
In der Nähe des Weißen Hauses in Washington D.C. wurde eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt. Die Initiative geht auf den US-Präsidenten Donald Trump zurück, der den Entdecker als "ursprünglichen amerikanischen Helden" wieder etablieren will. Unterdessen steht in Brandenburg eine andere Statue als stille Mahnmal für die Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs.
Die Kolumbus-Statue befindet sich nun an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building. Ihre Aufstellung erfolgt nach den landesweiten Protesten im Jahr 2020, als im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung zahlreiche ähnliche Denkmäler gestürzt wurden. Italienischstämmige Amerikaner unterstützen Trumps Entscheidung und bezeichnen sie als Verteidigung des kulturellen Erbes.
In Brandenburg erinnert ein anderes Denkmal an ein weit dunkleres Kapitel der Geschichte. An einer ländlichen Straße gelegen, ehrt es die Menschen, die auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das Mahnmal wurde 2018 auf Initiative des Bruders von Jutta Baumwol errichtet. Baumwol, eine Opfer des NS-Regimes, war von Neuendorf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.
Zweimal im Jahr versammeln sich Besucher am Brandenburger Denkmal: am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Jahrestag der Befreiung (8. Mai). In diesem Mai hätte Jutta Baumwol ihren 101. Geburtstag gefeiert – ein Anlass, der dem Ort noch mehr Aufmerksamkeit schenkt.
Während die Kolumbus-Statue in Washington D.C. erneut als Symbol des Stolzes italienischstämmiger Amerikaner dient, mahnt das Brandenburger Mahnmal weiterhin die Gräueltaten des Krieges an. Beide Denkmäler sind Orte des Gedenkens – wenn auch an völlig unterschiedliche Abschnitte der Geschichte.






