Wolfenbüttel setzt Maßstäbe: Kleinere Kita-Gruppen als Niedersachsens Pionierprojekt
Ben HofmannWolfenbüttel setzt Maßstäbe: Kleinere Kita-Gruppen als Niedersachsens Pionierprojekt
Wolfenbüttel senkt als erste Kommune in Niedersachsen die Gruppengrößen in Kitas
Der Rat der Stadt Wolfenbüttel hat als erste Kommune in Niedersachsen die Verringerung der Gruppengrößen in Kindertageseinrichtungen beschlossen. Die Maßnahme ist Teil eines langfristigen Plans zur Verbesserung der frühen Bildung. Die Änderungen treten noch im laufenden Kindergartenjahr in Kraft.
Der Beschluss folgt Forderungen von Kita-Leitungen und Eltern nach kleineren Gruppen. Sie hatten argumentiert, dass weniger Kinder pro Betreuungskraft mehr individuelle Zuwendung ermögliche. Nach den neuen Regelungen sinkt die maximale Gruppengröße in Krippe von 15 auf 14 Kinder, in Kindergärten von 25 auf 24 und in der Hortbetreuung von 20 auf 19 Kinder.
Die Reduzierung ist Teil des städtischen Programms "Demografische Chancen 2030", das auf sinkende Geburtenraten reagiert. Während die Mehrheit der Ratsmitglieder dem Vorhaben zustimmte, enthielten sich zwei AfD-Vertreter der Stimme. Die Kita-Leitungen werden die neuen Obergrenzen durchsetzen, in begründeten pädagogischen Fällen sind jedoch Ausnahmen möglich.
Bisher hat keine andere niedersächsische Kommune ähnliche Schritte unternommen. Wolfenbüttels Ansatz soll als Vorbild für bessere Personalschlüssel in der gesamten Region dienen. Die neuen Gruppengrößen gelten vorerst dauerhaft, sofern pädagogische Erfordernisse keine Flexibilität erfordern. Ziel der Reform ist es, die Förderung kleiner Kinder zu stärken, indem der Druck auf das Personal verringert wird. Die konkrete Umsetzung für das Schuljahr 2026/2027 steht noch nicht fest.






