Windpark in Ostprignitz-Ruppin: NABU stoppt Bau wegen seltener Tierarten
Nina SchulzWindpark in Ostprignitz-Ruppin: NABU stoppt Bau wegen seltener Tierarten
Ein Rechtsstreit ist um den geplanten Bau eines Windparks in der Nähe von Zootzen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin entbrannt. Die Naturschutzorganisation NABU hat rechtliche Schritte eingeleitet und argumentiert, dass das Projekt seltene Tierarten in der Wittstock-Ruppiner Heide gefährdet.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen elf Windkraftanlagen, die vom Landesamt für Umwelt im März genehmigt wurden. Der NABU behauptet, dass die Baustelle geschützte Arten bedroht, darunter Seeadler, die nur 700 Meter entfernt nisten. Zudem warnt die Organisation vor Risiken für die stark gefährdete Breitflügelfledermaus, die auf das Heidegebiet als Lebensraum angewiesen ist.
Am 20. April reichte der NABU einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ein. Die Organisation fordert die Umsiedlung eines Mäusebussard-Nestes, das sich derzeit genau dort befindet, wo Kräne eingesetzt werden sollen. Ohne Eingreifen, so der NABU, könnten sowohl Vögel als auch Fledermäuse durch die Rotoren getötet werden.
Die Wittstock-Ruppiner Heide gilt als entscheidender Lebensraum für diese Arten. Der NABU besteht darauf, dass die geplante Lage des Windparks in direktem Widerspruch zu den Naturschutzbemühungen in der Region steht.
Nun muss das Gericht entscheiden, ob der Bau fortgesetzt werden darf oder ob weitere Umweltverträglichkeitsprüfungen erforderlich sind. Sollte der NABU mit seinem Antrag erfolgreich sein, könnte das Projekt Verzögerungen oder Änderungen zum Schutz der heimischen Tierwelt nach sich ziehen. Das Urteil könnte zudem Präzedenzfall für künftige Windparkprojekte in ökologisch sensiblen Gebieten werden.






