VdK-Präsidentin Bentele attackiert Renten- und Gesundheitsreformen als sozial ungerecht
Philipp ZimmermannVdK-Präsidentin Bentele attackiert Renten- und Gesundheitsreformen als sozial ungerecht
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die geplanten Reformen im Gesundheitswesen und bei der Rente scharf angegriffen. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisierte die Vorhaben, die beitragsfreie Familienversicherung abzuschaffen und die gesetzliche Rente auf ein reines Grundsicherungsniveau zu reduzieren. Diese Änderungen würden besonders vulnerable Gruppen hart treffen, warnte sie.
Bentele bezeichnete den Rentenplan von Bundeskanzler Friedrich Merz als "zynisch und realitätsfremd". Die Kürzung der gesetzlichen Rente würde zentrale Absicherungen wie Hinterbliebenenrenten und Leistungen für Menschen mit verminderter Erwerbsfähigkeit aushöhlen. Angesichts der Tatsache, dass 38 Prozent der Beschäftigten keine privaten Altersvorsorge zurücklegen könnten, drohten Gering- und Mittelverdienern – ebenso wie Pflegekräften und Langzeitarbeitslosen – ein erhöhtes Risiko für Altersarmut.
Auch gegen den Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken, der Kürzungen beim Krankengeld vorsieht, sprach sich der VdK aus. Bentele betonte, dass dies chronisch Kranke und einkommensschwache Menschen unzumutbar belasten würde. Sie forderte, dass Besserverdiener höhere Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, indem die Beitragsbemessungsgrenzen an die der Rentenversicherung angeglichen werden.
Im Bereich der Sozialleistungen verlangte Bentele, dass die Regierung unbezahlte Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger übernimmt. Der Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums, der auf Expertenempfehlungen basiert, soll am Mittwoch im Kabinett beraten werden – allerdings sind noch mehrere Punkte umstritten.
Die Kritik des VdK unterstreicht die Sorgen vor wachsender Altersarmut und ungerechten Belastungen im Gesundheitswesen. Die Regierungspläne stoßen damit vor der anstehenden Kabinettssitzung auf erheblichen Widerstand. Bentele fordert eine fairere Finanzierung der Krankenversicherung sowie einen besseren Schutz für einkommensschwache Rentner.






