Unbekannte Liebesbriefe von Rolling-Stones-Gründer Brian Jones tauchen auf und gehen unter den Hammer
Philipp ZimmermannUnbekannte Liebesbriefe von Rolling-Stones-Gründer Brian Jones tauchen auf und gehen unter den Hammer
Ein Konvolut bisher unbekannter Liebesbriefe zwischen Rolling-Stones-Gründer Brian Jones und einer Londoner Verkäuferin ist aufgetaucht. Die in den Hinterlassenschaften einer verstorbenen Mutter entdeckte Sammlung wirft neues Licht auf die frühen Jahre der Band und die wilden Sechziger. Sie soll noch in diesem Monat versteigert werden.
Terry Wainwright stieß in der Wohnung seiner Mutter auf die Briefe, die versteckt im hinteren Teil eines Vitrinenschranks lagen. Verfasst hatte sie Sylvia an ihre Schwester Lynn – darin schildert sie eine Beziehung zu Brian Jones im Jahr 1964. Sylvia arbeitete zwar in einem Bekleidungsgeschäft, wurde aber bald Teil des sozialen Umfelds der Rolling Stones. Sie besuchte Partys in Mick Jaggers Wohnung und erlebte mit anderen Popstars der Zeit nächtelange Ausflüge.
In den Briefen wird Jones als „Junge von nebenan“ beschrieben – nachdenklich und großzügig, ein deutlicher Kontrast zu seinem späteren, von Problemen geprägten Image. Er selbst steuerte handschriftliche Zeilen bei, unterzeichnet mit „Hallöchen, Liebling! Hier ist Brian. Wie geht’s dir? Ganz viel Liebe, Brian.“ Sylvia berichtete auch von den Vorbereitungen der Band für ihre erste USA-Tournee im April 1964.
Weitere Prominente tauchen in der Korrespondenz auf, darunter Jeff Beck von den Yardbirds und Christine Keeler, die Schwester des Models Jean Shrimpton. Das Archiv, zu dem auch Schnappschüsse gehören, fängt die Energie eines prägenden Jahrzehnts in Musik und Kultur ein.
Die Sammlung wird bei dem Auktionshaus Hansons Auctioneers in Etwall, Derbyshire, unter den Hammer kommen. Experten schätzen ihren Wert auf 1.600 bis 2.100 Pfund. Die Briefe gewähren einen persönlichen Einblick in das frühe Leben von Brian Jones, der nur wenige Jahre nach ihrer Entstehung mit 27 Jahren an einer Überdosis starb.






