07 May 2026, 14:19

Tunnelbohr-Pionier Herrenknecht warnt: "Deutschland schläft im Dornröschen-Dämmer"

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für das Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg-Gebäude zeigt.

Tunnelbohr-Pionier Herrenknecht warnt: "Deutschland schläft im Dornröschen-Dämmer"

Martin Herrenknecht, Chef des weltführenden Tunnelbohrunternehmens Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor Deutschlands Zukunft ausgesprochen. Er wirft dem Land überbordende Bürokratie und eine Kultur der Bequemlichkeit vor, die es in eine Krise stürzen könnten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der große Infrastrukturprojekte jahrelange Verzögerungen erleiden, während internationale Konkurrenten deutlich schneller vorankommen.

Herrenknecht, dessen in Schwanau ansässiges Unternehmen mit 5.500 Beschäftigten den weltweiten Markt für Tunnelvortriebsmaschinen dominiert, beschreibt Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen. Die erstickende Regulierungsflut würde es ihm heute unmöglich machen, sein Unternehmen überhaupt zu gründen, so der Unternehmer. Sein Betrieb war an prestigeträchtigen Projekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt – doch nun sieht er Deutschland den Anschluss verlieren.

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Ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich: Ein ähnliches Vorhaben in Chennai, Indien, erhielt bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung. Herrenknecht kritisierte zudem die gesellschaftliche Haltung im Land und bezeichnete die Deutschen als „eine Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“.

Ohne dringende Reformen, warnte er, steuere das Land „direkt auf die Wand zu“. Seine Aussagen spiegeln die wachsende Verärgerung unter Wirtschaftsführern über Verzögerungen und Ineffizienz in deutschen Planungsverfahren wider.

Die Stockungen bei Infrastrukturprojekten und Herrenknechts Mahnungen deuten auf tiefgreifendere Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft hin. Zwar sichert sich sein Unternehmen weiterhin internationale Aufträge, doch betont er, dass die heimische Bürokratie Innovationen erstickt. Der Vergleich mit den deutlich schnelleren Genehmigungsverfahren im Ausland erhöht den Druck auf die Politik, die Abläufe zu beschleunigen.

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