Thüringens Hochschulen zwischen Sparzwang und langfristiger Strategie

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Drei Bilder: zwei Personen in Hemden und Krawatten auf St├╝hlen sitzend mit Text auf den Bildern und ein Geb├Ąude in der Mitte.

Teichert: Universit├Ąten brechen Abw├Ąrtstrend bei Studentenzahlen - Thüringens Hochschulen zwischen Sparzwang und langfristiger Strategie

Thüringens Hochschulen zwischen Haushaltsdruck und vorsichtigem Optimismus

Die Universitäten in Thüringen stehen vor einer Mischung aus finanziellen Herausforderungen und verhaltenem Optimismus. Trotz knapper Kassen bleiben die Studierendenzahlen stabil, für diesen Winter wird sogar ein leichter Anstieg erwartet. Die Landesregierung hat nun eine Aufstockung der Mittel beschlossen, weitreichende Reformen jedoch auf das nächste Jahr verschoben.

Steffen Teichert, Thüringens Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur, bezeichnete die konstanten Immatrikulationszahlen als "Trendwende". Zwar droht kein dramatischer Rückgang der Studierenden, doch die Hochschulen müssen weiterhin mit begrenzten Ressourcen auskommen – eine Folge der angespannten Haushaltslage des Bundeslandes. Teichert sprach von einem "klassischen Zielkonflikt": Wie lässt sich eine hochwertige Lehre mit knappen Finanzmitteln vereinbaren?

Das Bundesland hat eine Erhöhung der Hochschulförderung um 3,5 Prozent beschlossen, sodass die Gesamtmittel nun bei rund 600 Millionen Euro liegen. Verhandlungen über ein neues langfristiges Rahmenabkommen zur Hochschulfinanzierung wurden jedoch auf 2024 vertagt. Radikale Sparmaßnahmen wie Gebäuderückbauten oder die Streichung ganzer Studiengänge schloss Teichert für die nahe Zukunft aus. Stattdessen soll eine 15-Jahres-Strategie für Thüringens Hochschullandschaft entwickelt werden. Eine breite Debatte, die noch in diesem Jahr anläuft, wird das Wissenschaftsministerium, Hochschulleitungen, Studierendenvertretungen und Wirtschaftsverbände einbinden. Ziel ist es, eine gemeinsame Vision für 2035 oder 2040 zu formulieren – mit starken Studienangeboten und besseren Berufsperspektiven, um junge Talente anzuziehen. Institutionen wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Bauhaus-Universität Weimar und die Hochschule Schmalkalden werden in den Prozess eingebunden. Es geht darum, die Hochschulbildung enger an die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft anzubinden, ohne die akademischen Standards zu senken.

Die Mittelaufstockung bringt kurzfristige Entlastung, doch Thüringens Hochschulen müssen sich nun auf langfristige Weichenstellungen vorbereiten. Bei stabilen Studierendenzahlen und einer Strategie in Arbeit will das Bundesland seinen Hochschulsektor für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus sichern. Entscheidend wird sein, die finanziellen Spielräume mit dem Anspruch zu balancieren, die Hochschulen wettbewerbsfähig und für Studierende attraktiv zu halten.

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