20 March 2026, 16:17

Thüringen erhöht Altersgrenze für Lehrkräfte – Streit um Schulreformen 2026

Grafik mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht bei der Mittelschicht angekommen"

Thüringen erhöht Altersgrenze für Lehrkräfte – Streit um Schulreformen 2026

Das Thüringer Bildungsministerium hat Pläne bekannt gegeben, die Altersgrenze für verringerte Unterrichtsverpflichtungen anzuheben. Die Änderung ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets mit 20 Punkten, das Schulausfälle reduzieren soll und im Schuljahr 2026/2027 in Kraft treten wird. Kritiker, darunter Lehrerverbände, haben sich bereits gegen die Reformen ausgesprochen.

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Aktuell erhalten Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen ab einem Alter von 55 Jahren eine wöchentliche Arbeitszeitreduzierung von zwei Stunden. Nach den neuen Regeln greift diese Entlastung erst ab 60. Ab 63 Jahren steigt die Reduzierung auf drei Stunden, ab 66 auf vier Stunden. Das Ministerium hat nicht erläutert, wie Lehrkräfte die durch diese Anpassungen gewonnene Zeit nutzen sollen.

Die Reformen führen zudem ein neues Arbeitszeitmodell ein, das es Pädagoginnen und Pädagogen ermöglicht, Überstunden anzusparen. Formale Leistungsbewertungen werden abgeschafft, und KI-Tools sollen künftig bei der Unterrichtsvorbereitung und der Kommunikation mit Eltern unterstützen. Parallel dazu kündigte das Ministerium an, die Lehrerfortbildungen auszubauen und die Nachwuchsgewinnung zu intensivieren, um mehr Personal zu gewinnen.

Die Pläne stoßen jedoch auf scharfe Kritik. Der Thüringer Lehrerverband (tlv) warnte, die Änderungen könnten die Gesundheit und Belastbarkeit der Lehrkräfte gefährden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ging noch weiter und bezeichnete die Reformen als Versuch, die Verantwortung für die Missstände in der Bildungspolitik den Lehrerinnen und Lehrern in die Schuhe zu schieben.

Die Umsetzung der Reformen ist für das Schuljahr 2026/2027 vorgesehen. Das Ministerium bleibt darauf fokussiert, Schulausfälle zu verringern und die Personaldecke zu verbessern. Doch angesichts der ablehnenden Haltung der Gewerkschaften könnte der Weg dorthin steinig werden.

Quelle