30 March 2026, 14:21

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung auf Demokratie oder leere Versprechungen?

Offenes Buch mit detaillierter Karte von Damaskus, Syrien, mit sichtbaren Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten sowie Text über die Geschichte und Kultur der Stadt.

Syriens Übergangspräsident in Berlin: Hoffnung auf Demokratie oder leere Versprechungen?

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besucht diese Woche Berlin. Die Reise erfolgt 15 Monate nach dem Zusammenbruch des Regimes von Baschar al-Assad im Dezember 2024 – ein Moment, den Aktivist:innen als Chance für einen demokratischen Neuanfang gesehen hatten.

Sophie Bischoff, Co-Vorsitzende von Adopt a Revolution, bezeichnete die Einladung als richtigen Schritt, warnte jedoch, Syrien stehe weiterhin vor einem massiven demokratischen Defizit. Sie forderte Berlin auf, jegliche Unterstützung an klare Maßnahmen zur Demokratieförderung zu knüpfen. Gleichzeitig kritisierte Bischoff Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, deutsche Hilfe an die Wiederbelebung von Abschiebeabkommen statt an politische Reformen zu koppeln.

Seit 2011 arbeitet Adopt a Revolution mit lokalen syrischen Gruppen zusammen, um die Zivilgesellschaft zu stärken. Während al-Scharaas Besuch verlangte die Organisation bessere rechtliche Schutzmechanismen für Syrer:innen in Deutschland und betonte, dass lokale Gemeinschaften eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau spielen müssten. Bischoff wies zudem auf zunehmende autoritäre Tendenzen innerhalb der syrischen Übergangsregierung hin und warnte, dass eine historische Chance für Wandel zu verpuffen drohe.

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Farhad Ahma von PEL-Civil Waves teilte die Bedenken, dass Berlins Engagement zu eng gefasst sei. Er merkte an, deutsche Behörden hätten sich fast ausschließlich auf die Übergangsregierung konzentriert und Basisbewegungen vernachlässigt. Stand März 2026 bleibt die internationale Unterstützung für Syriens demokratischen Übergang begrenzt – ohne konkrete Schritte der Großmächte oder Institutionen, um die lokale Zivilgesellschaft zu stärken.

Al-Scharaas Besuch rückt Syriens politische Zukunft in den Fokus. Während Aktivist:innen den Dialog begrüßen, fordern sie stärkere Verpflichtungen zu Demokratie und Inklusion. Ohne breitere internationale Rückendeckung droht der Übergang ins Stocken zu geraten, bevor substanzielle Reformen greifen.

Quelle