Syrien zeigt überraschende Fortschritte – Milliarden fließen in den Wiederaufbau
Miriam HoffmannSyrien zeigt überraschende Fortschritte – Milliarden fließen in den Wiederaufbau
Syrien hat im jüngsten Bertelsmann-Transformationsindex (BTI), der 137 Länder bewertet, die bedeutendsten Fortschritte bei der politischen Transformation gezeigt. Das Land rückt zunehmend in den Fokus der internationalen Gemeinschaft, während es nach Jahren des Konflikts am Wiederaufbau arbeitet. Sowohl regionale Mächte als auch europäische Unternehmen engagieren sich mit Investitionen und Wiederaufbauplänen.
Die syrische Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. So wurden neue Banknoten eingeführt und die Währung um zwei Nullen abgewertet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wird für dieses Jahr auf 60 bis 65 Milliarden US-Dollar geschätzt, während der Staatshaushalt für 2026 mit 10,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt ist.
Deutschland zeigt großes Interesse am Wiederaufbau Syriens. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über die künftige Handelszusammenarbeit. Der bayerische Baustoffhersteller Knauf hat eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks im Land unterzeichnet. Auch Siemens Energy prüft Möglichkeiten, das syrische Stromnetz zu modernisieren.
Auch regionale Akteure leisten erhebliche Beiträge: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben gemeinsam über 28 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau zugesagt. Die Weltbank schätzt die Gesamtkosten für den Wiederaufbau Syriens auf 216 Milliarden US-Dollar, wobei fast ein Drittel für den Neubau von Wohnraum vorgesehen ist. Seit Anfang letzten Jahres hat die deutsche KfW-Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fördermittel in Höhe von 119 Millionen Euro bewilligt.
Die wirtschaftlichen Reformen Syriens und die internationalen Partnerschaften ebnen den Weg für einen groß angelegten Wiederaufbau. Mit Milliardeninvestitionen und laufenden Modernisierungsprojekten scheinen die Infrastruktur und die Handelsperspektiven des Landes auf eine schrittweise Erholung ausgerichtet zu sein. Das Engagement sowohl regionaler als auch europäischer Beteiligter deutet auf eine breite Initiative hin, um Stabilität und wirtschaftliche Aktivität wiederherzustellen.






