Streit um Regionalliga-Reform: Vier-Ligen-Modell trifft auf massiven Widerstand
Philipp ZimmermannStreit um Regionalliga-Reform: Vier-Ligen-Modell trifft auf massiven Widerstand
Ein vorgeschlagener Reformplan für das Regionalliga-System hat in deutschen Fußballvereinen für Aufsehen gesorgt. Eine Arbeitsgruppe mit 13 Mitgliedern sprach sich einstimmig für ein Vier-Ligen-Modell nach regionalen Gesichtspunkten aus, das den Aufstieg in die 3. Liga regeln soll. Doch der Vorschlag stößt bei Vereinsvertretern und Verbänden auf massiven Widerstand.
Das regionale Modell sieht vor, die bisherigen fünf Staffeln auf vier zu reduzieren, wobei die Ligen Nord, Nordost und Bayern zu zwei Spielklassen zusammengefasst würden. Die West- und Südwest-Staffeln blieben dagegen unverändert. Kritiker werfen dem Plan vor, er würde den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) faktisch auflösen.
Als Alternative hat sich das sogenannte Kompass-Modell breite Unterstützung gesichert. Rund 70 Vereine der Initiative "Aufstiegsreform 2025" befürworten dieses System, das die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnen würde. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne, bezeichnete die Entscheidung der Arbeitsgruppe als "politisch motiviert" und bekräftigte die Unterstützung für das Kompass-Modell.
Hermann Winkler, Präsident des NOFV, verurteilte das regionale Modell als "völlig realitätsfremd" und warf der Arbeitsgruppe vor, kritische Vereine zu bestrafen. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, nannte den Vorschlag einen "schlechten Scherz" und kritisierte "besorgniserregende Fehleinschätzungen" in der Führung des deutschen Fußballs. Winkler betonte zudem, dass das Kompass-Modell eine gerechtere Lösung für alle beteiligten Mannschaften biete.
Die Diskussion dreht sich nun darum, welches System ab der Saison 2025 eingeführt wird. Das Kompass-Modell hat die Vereine im Widerstand gegen den regionalen Vorschlag der Arbeitsgruppe vereint. Die endgültige Entscheidung wird darüber bestimmen, wie künftig die Aufstiege in die 3. Liga geregelt werden.






