Rheinmetall wächst – doch die Quartalszahlen enttäuschen Anleger und Analysten
Ben HofmannRheinmetall wächst – doch die Quartalszahlen enttäuschen Anleger und Analysten
Rheinmetall veröffentlicht Quartalszahlen: Wachstum, aber unter den Erwartungen
Rheinmetall hat die Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt – mit einer Mischung aus Wachstum und finanziellen Rückschlägen. Zwar stiegen Umsatz und Erträge des Konzerns, doch beide Kennziffern blieben hinter den Markterwartungen zurück. Die Anleger reagierten mit einem Kursrückgang der Aktie des Rüstungskonzerns um über 2 %.
Der deutsche Waffenhersteller verbuchte im Berichtszeitraum einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro, was einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Allerdings verfehlte das Ergebnis die Prognosen der Analysten um 330 Millionen Euro. Der operative Gewinn kletterte zwar um 17 % auf 224 Millionen Euro, lag damit aber 38 Millionen Euro unter den Erwartungen.
Ein weiterer Schwachpunkt war der Cashflow: Der freie operative Cashflow belief sich auf 285 Millionen Euro – ein Umschwung gegenüber dem positiven Wert von 243 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten hingegen mit einem Plus von 181 Millionen Euro gerechnet.
Trotz der finanziellen Einbußen wuchs der Auftragsbestand von Rheinmetall um 31 % auf 73 Milliarden Euro an, wobei erstmals auch die Sparte Naval Systems in die Gesamtzahl einbezogen wurde. Konzernchef Armin Papperger zeigt sich zuversichtlich und sagt für das zweite Quartal Großaufträge im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge voraus. Zudem bestätigte das Unternehmen, in Verhandlungen über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen an Staaten im Nahen Osten im Jahr 2025 zu stehen.
Für die Zukunft prüft Rheinmetall Expansionsmöglichkeiten durch mögliche Übernahmen. Es laufen Gespräche über die Übernahme der German Naval Yards Kiel sowie eine Beteiligung an der rumänischen Werft Mangalia. Darüber hinaus plant das Unternehmen, ab Ende 2026 oder Anfang 2027 gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus Marschflugkörper zu produzieren.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt: Rheinmetall peilt einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 % an.
Der aktuelle Kursrückgang der Aktie spiegelt die Sorgen der Anleger über die verfehlten Finanzziele wider – trotz des kräftigen Auftragswachstums. Rheinmetall setzt weiterhin auf strategische Deals und neue Verträge, um seine Position in den Bereichen Marine- und Luftverteidigung auszubauen. Die Produktion von Marschflugkörpern mit Destinus soll in den nächsten zwei Jahren anlaufen.






