Reisen mit medizinischem Cannabis: Was Patient:innen 2026 im Schengen-Raum beachten müssen
Nina SchulzReisen mit medizinischem Cannabis: Was Patient:innen 2026 im Schengen-Raum beachten müssen
Die erste große Frühlingsreisesaison 2026 hat ein wachsendes Problem für Patient:innen mit medizinischem Cannabis in Deutschland offengelegt. Mit immer mehr Menschen, die Grenzen überqueren, wird die Frage nach dem legalen Transport von verschreibungspflichtigen Medikamenten dringender. Die Behörden haben nun klare Richtlinien herausgegeben, um rechtliche Komplikationen auf Reisen zu vermeiden.
Nach dem deutschen Cannabisgesetz (CanG) dürfen Patient:innen einen Vorrat für 30 Tage an medizinischem Cannabis innerhalb des Schengen-Raums mitführen. Die Medikamente müssen dabei in der Originalverpackung der Apotheke bleiben und stets im Handgepäck transportiert werden.
Für Reisen ist ein Artikel-75-Zertifikat zwingend erforderlich. Dieses Dokument muss von einer Ärzt:in ausgefüllt, von der örtlichen Gesundheitsbehörde beglaubigt werden und genaue Angaben enthalten: Dosierung, Menge, Reisedaten sowie die persönlichen Daten der Patient:in. Ohne dieses Zertifikat riskieren Reisende bei Grenzkontrollen rechtliche Probleme.
Reisen außerhalb des Schengen-Raums gestalten sich noch komplexer. Patient:innen wird dringend geraten, sich acht bis zehn Wochen vor Abreise an die diplomatische Vertretung des Ziellands zu wenden. Die Vorschriften unterscheiden sich stark – einige Länder verhängen strenge Verbote oder verlangen zusätzliche Unterlagen. Am 23. März 2026 haben die deutschen Gesundheitsbehörden noch einmal eindringlich an die Einhaltung dieser Regeln erinnert, um rechtliche Fallstricke im Ausland zu vermeiden.
Eine detaillierte Übersicht über die internationalen Bestimmungen findet sich im Artikel "Medizinisches Cannabis weltweit: Welche Regeln gelten im Ausland?"
Die neuen Leitlinien sollen Patient:innen schützen, die in diesem Frühling mit medizinischem Cannabis reisen. Wer sich innerhalb des Schengen-Raums bewegt, hat weniger Hürden zu überwinden – Reisen darüber hinaus erfordern jedoch gründliche Vorbereitung. Die Behörden betonen, dass die beste Strategie, um Probleme an Grenzen zu vermeiden, darin besteht, die richtigen Dokumente zu besorgen und sich über die lokalen Gesetze zu informieren.






