Parkuhren-Skandal in Kempten: 1,9 Millionen Euro über Jahre gestohlen
Philipp ZimmermannParkuhren-Skandal in Kempten: 1,9 Millionen Euro über Jahre gestohlen
In Kempten hat ein Prozess begonnen, nachdem ein städtischer Mitarbeiter und seine Ehefrau über mehr als ein Jahrzehnt hinweg angeblich fast 1,9 Millionen Euro aus Parkuhren gestohlen haben sollen. Der 40-jährige Mann und seine 38-jährige Frau wurden im November 2025 festgenommen, nachdem verdächtige Banktransaktionen Auffälligkeiten ausgelöst hatten. Beide sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Jahre lang agierte das Paar weitgehend unentdeckt. Der Mann, ein Angestellter der Stadt, entleerte systematisch die kommunalen Parkuhren und steckte sich das Bargeld ein. Seine Frau wusch das Geld anschließend, indem sie es auf Konten einzahlte oder in Geschenkgutscheine umwandelte.
Erst als eine Bank ungewöhnliche Transaktionen meldete, flog der Betrug auf. Die Behörden tauschten daraufhin alle Schlösser der Parkuhren aus und übertrugen die Wartungsaufgaben an ein externes Unternehmen, um weitere Diebstähle zu verhindern.
Unterdessen erhielt der Inhaber von Exotica Foods in Großbritannien kürzlich einen Brief mit einer Entschuldigung für einen Diebstahl, der vor etwa 15 Jahren verübt worden war. Der anonyme Absender legte dem Schreiben 100 Pfund in bar bei.
In dem Kemptener Prozess fordern die Staatsanwälte nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder. Ein Urteil steht noch aus. Die Verhandlung geht weiter, während die Ermittler das volle Ausmaß der Veruntreuung aufklären. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen, darunter der Verlust des gesamten illegal erworbenen Vermögens. Der Fall hat bereits zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen für die Parksysteme in Kempten geführt.






