27 March 2026, 14:24

Wie Misstrauen gegen Institutionen den Rechtspopulismus stärkt – und was dagegen hilft

Menschen halten ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Gl├Ąserfenster-Geb├Ąude und einem Pfahl, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Wie Misstrauen gegen Institutionen den Rechtspopulismus stärkt – und was dagegen hilft

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber Institutionen den Aufstieg des Rechtspopulismus befeuert. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Staat, Medien und Wissenschaft die Politik verändert. Seine Forschung wirft ein Licht auf das Wachstum von Bewegungen wie der AfD in Deutschland oder Figuren wie Donald Trump in den USA.

El-Mafaalani zeigt auf, wie misstrauische Menschen zunehmend untereinander zusammenfinden. Diese Gruppen, die er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet, vertrauen nur noch denen, die ihre Skepsis teilen. Digitale Medien haben es solchen Netzwerken ermöglicht, sich auf bisher unbekannte Weise zu organisieren und auszuweiten.

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Der Wandel der AfD spiegelt diese Entwicklung wider. 2013 als anti-europäische Partei von Ökonomen gegründet, radikalisierte sie sich ab 2015 und setzte auf strikte Migrationspolitik sowie Angriffe gegen das politische Establishment. 2017 zog sie mit 92 Sitzen in den Bundestag ein und wurde zur stärksten Oppositionspartei. Heute sieht sie sich mit Protesten, staatlicher Extremismusüberwachung und Debatten über mögliche Verbote konfrontiert.

Laut El-Mafaalani untergraben populistische Strategen gezielt das Vertrauen in Institutionen. Er warnt, dass es nicht ausreiche, die Inkompetenz von Parteien wie der AfD bloßzustellen, sobald diese an die Macht kommen – das schwäche ihre Anhängerschaft nicht automatisch. Seine Analyse deutet auch auf neue Wege hin, um dem Rechtspopulismus wirksamer zu begegnen.

El-Mafaalanis Erkenntnisse verdeutlichen eine zentrale Herausforderung für liberale Demokratien: Während sich das Misstrauen ausbreitet, kämpfen traditionelle Institutionen darum, ihre Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Das Buch bietet einen Rahmen, um die politischen Verschiebungen, die unsere Gesellschaften heute prägen, zu verstehen – und darauf zu reagieren.

Quelle