21 March 2026, 16:22

Missbrauchskommission wirft Bistum Erfurt Behinderung ihrer Arbeit vor

Eine historische Illustration, die einen Prozess zeigt, an dem Lord Baltimore beteiligt ist, mit einem Blatt, auf dem Porträts, Vorhänge und Text zu sehen sind.

Kommission zur Bearbeitung von Sexualmissbrauchsbeschwerden klagt über Hindernisse in der Diözese Erfurt - Missbrauchskommission wirft Bistum Erfurt Behinderung ihrer Arbeit vor

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt wirft Kirchenvertretern vor, ihre Arbeit zu behindern. Wie aus dem am 29. Oktober 2024 veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht, haben sich 78 Betroffene gemeldet, gegen 64 Personen liegen Missbrauchsvorwürfe vor – darunter 25 Kleriker. Die Veröffentlichung fiel mit der Beerdigung des früheren Bischofs Joachim Wanke zusammen, der sich einst für die falsche Handhabung von Missbrauchsfällen entschuldigt hatte.

Die im Oktober 2021 eingesetzte Kommission untersucht Missbrauchsfälle im Bistum seit 1945. Die aktuellen Erkenntnisse umfassen 64 Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und Schutzbefohlenen, an denen 25 Priester beteiligt gewesen sein sollen. Doch das Gremium wirft Behörden vor, seine Arbeit wiederholt blockiert zu haben – unter anderem mit Verweis auf Datenschutz und die Sorge vor Retraumatisierung der Opfer. Rechtliche Schritte wurden erwogen, aber wegen der langen Verfahrensdauer verworfen.

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Bei der Trauerfeier für Wanke räumte der amtierende Bischof Ulrich Neymeyr die "Fehler und Sünden" seines Vorgänger ein. Wanke hatte sich zuvor öffentlich entschuldigt und in einem Brief um Vergebung für Entscheidungen im Umgang mit missbrauchenden Priestern gebeten. Dennoch kritisierte Neymeyr den Kommissionsbericht und wies die Vorwürfe pauschal zurück.

Die Kommission plant, ihren Abschlussbericht noch in diesem Herbst vorzulegen, der die Ergebnisse seit 2021 zusammenfasst.

Der Bericht unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Bistum und den unabhängigen Ermittlern. Mit 78 identifizierten Opfern und 25 beschuldigten Klerikern setzt die Kommission ihre Arbeit trotz Behinderungsvorwürfen fort. Der für bald erwartete Abschlussbericht wird das volle Ausmaß der Erkenntnisse darlegen.

Quelle