16 March 2026, 10:17

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen

Die weltberühmte Kathedrale, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, gilt seit jeher als eines der bedeutendsten katholischen Gotteshäuser der Welt. Doch nun sorgen Pläne für eine kostenpflichtige Besichtigung für scharfe Kritik von Denkmalschützern.

Die zuständigen Stellen hatten Anfang dieses Jahres angekündigt, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2024 ein Eintrittsgeld erhoben werden soll. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Der Schritt folgt auf jahrelange Diskussionen über die Finanzierung der dringend notwendigen Instandhaltung des Doms.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Doms, hat sich deutlich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie warnte, dass eine Eintrittsgebühr den Charakter des Bauwerks verändern und es eher zu einem Museum als zu einem offenen Gotteshaus machen könnte. Aus ihrer Sicht sollte der Dom als "missionarisches Angebot der Kirche" für alle zugänglich bleiben.

Schock-Werner äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeit. Es sei "sehr problematisch", wenn in Zukunft nur noch zahlungskräftige Besucher den Dom betreten könnten. Zwar erkenne sie den Finanzierungsbedarf an, doch ein Eintrittsgeld könnte ihrer Meinung nach die Bedeutung der Kathedrale für die Stadt schwächen.

Der Kölner Dom beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und war seit Generationen ein kostenfrei zugänglicher Ort. Frühere Versuche, Eintrittsgelder an anderen deutschen Wahrzeichen einzuführen – etwa am Lübecker Holstentor 2024 oder beim Kölner Dom selbst, wo 2023 eine Gebühr von fünf Euro diskutiert wurde –, stießen auf massiven Widerstand. Beide Pläne wurden nach Protesten von Anwohnern und Denkmalschutzverbänden schließlich fallen gelassen.

Die Debatte über Eintrittsgelder hält an, während die Domverwaltung zwischen finanziellen Notwendigkeiten und öffentlichem Zugang abwägt. Sollte die Gebühr tatsächlich kommen, wäre dies ein historischer Einschnitt für einen Ort, der Millionen Menschen stets ohne Kosten willkommen hieß. Kritiker befürchten, dass dies einen gefährlichen Präzedenzfall für andere historische Bauwerke in Deutschland schaffen könnte.

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