15 May 2026, 08:21

KNDS will Mercedes- und VW-Werke für Rüstungsproduktion übernehmen

Militärpersonenwagen mit montierter großer Kanone auf einer Straße neben einem Wald.

KNDS will Mercedes- und VW-Werke für Rüstungsproduktion übernehmen

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS steht kurz vor der Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde. Parallel prüft das Unternehmen auch die Übernahme des Volkswagen-Standorts in Osnabrück. Beide Produktionsstätten könnten bald von der zivilen Nutzfahrzeugfertigung auf die Rüstungsproduktion umstellen.

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KNDS, bekannt für die Herstellung des gepanzerten Transportfahrzeugs Boxer, baut seine Produktionskapazitäten weiter aus. Die Bundeswehr plant die Beschaffung von bis zu 3.000 Boxer-Fahrzeugen, was den Bedarf an Fertigungsflächen erhöht. Bereits zuvor hatte KNDS das Alstom-Werk in Görlitz übernommen – ein klares Signal für seine Wachstumsstrategie.

Am Standort Ludwigsfelde produziert Mercedes derzeit Sprinter-Transporter, doch die Fertigung soll bis 2030 nach Polen verlagert werden. Im Rahmen der Verhandlungen wird erwogen, Teile des Geländes zunächst an KNDS zu verpachten, um eine parallele Produktion von Militärfahrzeugen neben den Nutzfahrzeugen zu ermöglichen. Eine vollständige Übernahme würde den Übergang des gesamten Werks inklusive der Belegschaft an KNDS bedeuten, allerdings steht eine endgültige Entscheidung noch aus.

Unterdessen sucht Volkswagen nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für sein Werk in Osnabrück, wo die Produktion 2027 endet. KNDS prüft den Standort im Rahmen eines Investitionsplans in Höhe von einer Milliarde Euro, um die Kapazitäten für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge auszubauen.

Sollten die Deals in Ludwigsfelde und Osnabrück zustande kommen, würde dies einen tiefgreifenden Wandel in der deutschen Industrielandschaft markieren: An beiden Standorten würde die Rüstungsproduktion die zivile Fahrzeugfertigung ablösen. Die Expansion von KNDS fällt mit steigenden Auftragseingängen zusammen – darunter auch das Boxer-Programm.

Quelle