Joachim Wanke: Ein prägender Bischof Ostdeutschlands wird zu Grabe getragen
Ben HofmannFormer Bishop Buried - Tribute to Influential Tenure - Joachim Wanke: Ein prägender Bischof Ostdeutschlands wird zu Grabe getragen
Hunderte Trauergäste füllten den Erfurter Dom, um dem emeritierten Bischof Joachim Wanke die letzte Ehre zu erweisen – einer der prägendsten Persönlichkeiten der katholischen Kirche in Ostdeutschland. Die Requiemmesse zog prominente Vertreter aus Kirche und Politik an und spiegelte so seinen anhaltenden Einfluss nach drei Jahrzehnten im Dienst wider.
Die Trauerfeier begann mit einem feierlichen Zug durch den Dom, bei dem Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg, die Predigt hielt. Er bezeichnete Wanke als "eine der prägendsten Gestalten der katholischen Kirche in Ostdeutschland" und würdigte seine 32-jährige Führungszeit.
Aufgrund der großen Zahl der Teilnehmer musste der Gottesdienst per Übertragung in die benachbarte Severikirche übertragen werden. Später wurde Wankes Sarg in einer Prozession zum Kreuzgang überführt, wo die Beisetzung stattfand.
Wankes Vermächtnis ist eng mit dem Bistum Erfurt verbunden, das er seit dessen Gründung 1994 leitete. Unter seiner Führung entwickelte sich die Diözese von einer kleinen DDR-Gemeinde zu einem strukturierten Erzbistum nach der Wiedervereinigung. Er setzte auf Dialog mit der Gesellschaft, anderen Glaubensrichtungen und Suchenden, ohne dabei theologische Klarheit aus den Augen zu verlieren.
Sein realistischer Umgang mit der Mitgliederschaft – er erkannte an, dass die säkulare Kultur Ostdeutschlands keinen plötzlichen Zulauf von Gläubigen bringen würde – prägte die Identität des Bistums. Initiativen wie der konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung verschafften der Kirche zudem politisches Ansehen in der Region.
Bischof em. Wanke wurde in Erfurt zur letzten Ruhe gebettet und hinterlässt ein Bistum, das durch seine Vision geprägt wurde. Seine Arbeit an der Schnittstelle von Glaube und Gesellschaft sowie seine pragmatische Führungsweise festigten seinen Platz als eine der zentralen Figuren der katholischen Kirchengeschichte Deutschlands.






