Handwerk in Steinfurt kämpft mit Energiekosten, Schwarzarbeit und neuen Vergaberegeln
Ben HofmannHandwerk in Steinfurt kämpft mit Energiekosten, Schwarzarbeit und neuen Vergaberegeln
Vertreter der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf trafen sich kürzlich mit Verantwortlichen des Kreises Steinfurt, um drängende Herausforderungen im Handwerk zu erörtern. Im Mittelpunkt der jährlichen Zusammenkunft standen steigende Kosten, Schwarzarbeit sowie die anstehenden Änderungen bei den Vergaberegeln für öffentliche Aufträge.
Dr. Martin Sommer, Landrat des Kreises Steinfurt, empfing die Gäste im Kreishaus. Die Handwerksvertreter, darunter Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, wiesen auf die finanzielle Belastung der lokalen Betriebe hin, die durch die aufgrund des Iran-Konflikts gestiegenen Energiepreise verursacht werde. Unterbrochene Lieferketten und die Zurückhaltung von Investoren angesichts der Spannungen im Nahen Osten verschärften die Situation zusätzlich.
Ein weiteres zentrales Thema war die illegale Beschäftigung, die Arbeitsplatzchancen untergräbt, die Sozialkassen belastet und Steuerzahler schädigt. Die Bekämpfung der Schwarzarbeit blieb für alle Teilnehmer eine absolute Priorität.
Auch die neuen Vergaberegeln, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten sollen, wurden intensiv diskutiert. Tischner betonte, dass die Reformen zwar durch Bürokratieabbau dem Handwerk zugutekommen könnten, jedoch müssten kleinere Losgrößen bei Ausschreibungen Vorrang erhalten, um faire Chancen zu gewährleisten. Die überarbeiteten Vorschriften zielen darauf ab, Verfahren zu vereinfachen und mehr Flexibilität bei der Vergabe zu ermöglichen.
Die Teilnehmer hoben zudem die Bedeutung der dualen Berufsausbildung für junge Menschen hervor. Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage gelten Lehrstellen als entscheidend, um die Zukunft des Sektors zu sichern.
Das Treffen unterstrich die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Handwerkerschaft und Kreisverwaltung. Beide Seiten einigten sich darauf, die Themen Energiekosten, illegale Beschäftigung und Vergabereformen weiter anzugehen. Die Gespräche machten zudem deutlich, wie wichtig die Berufsausbildung ist, um das Handwerk in Zeiten anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen zu stärken.






