08 May 2026, 06:15

Großrazzia enthüllt massive Arbeitsrechtsverstöße in der deutschen Paketbranche

Ein Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" zeigt eine Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einen für die Routen der US-Geldkurier und einen für die Standorte der Geldkurier, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Großrazzia enthüllt massive Arbeitsrechtsverstöße in der deutschen Paketbranche

Großrazzia in Deutschlands Paketbranche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf

Bei einer bundesweiten Kontrollaktion im Paketdienstsektor sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrecht ans Licht gekommen. Über 2.900 Zollbeamte durchsuchten 43 Unternehmen in ganz Deutschland und stießen auf unbezahlte Löhne, illegale Beschäftigung und ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Die Razzia unterstreicht langjährige Missstände in einer Branche, die seit Jahren mit Fachkräftemangel kämpft.

Im Fokus der Ermittlungen standen 27 Firmen in Köln und 16 in Münster. Die Beamten entdeckten zahlreiche Fälle, in denen Fahrer weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde erhielten. Viele Beschäftigte – darunter ein 39-jähriger Türke in Köln – verfügten weder über gültige Arbeitserlaubnisse noch über ordnungsgemäße Verträge.

Häufig wurden den Fahrern Überstunden, etwa für Ladezeiten, nicht vergütet, was ihre ohnehin geringen Einkommen weiter schmälert. Einige besaßen nicht einmal die Fahrzeuge, mit denen sie arbeiteten, sondern mussten sie zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern anmieten. Viele kannten ihre Rechte oder ihren tatsächlichen Beschäftigungsstatus nicht.

Mit dem Boom des Online-Handels ist die Paketbranche rasant gewachsen. Doch der Fachkräftemangel zwingt viele Unternehmen, stark auf Subunternehmer zurückzugreifen. Der Marktführer DHL setzt dabei weniger auf Subunternehmer als Konkurrenten wie DPD, Hermes, GLS oder Amazon.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte, die Behörden würden weiter gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung vorgehen. Die Kontrollen förderten nicht nur Schwarzarbeit zutage, sondern auch systemische Versäumnisse beim Schutz der Arbeitnehmerrechte.

Die Ergebnisse offenbaren tief verwurzelte Probleme in der deutschen Zustellbranche. Die Zollbehörden kündigten weitere Maßnahmen an, um Arbeitsgesetze durchzusetzen und faire Bezahlung zu garantieren. Die Regierung bleibt entschlossen, Unternehmen für illegale Praktiken zur Verantwortung zu ziehen.

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