Gewaltkriminalität 2024: Wo die meisten Straftaten passieren und wer besonders gefährdet ist
Ben HofmannGewaltkriminalität 2024: Wo die meisten Straftaten passieren und wer besonders gefährdet ist
Eine neue Analyse der Kriminalitätsentwicklung zeigt, wo gewalttätige Straftaten am häufigsten vorkommen und wie sich das Sicherheitsempfinden in der Gesellschaft unterscheidet. Zwar fühlt sich die Mehrheit der Menschen zu Hause sicher, doch in bestimmten Situationen – besonders bei Frauen und jungen Männern – steigen die Ängste deutlich an. Forscherinnen und Forscher verweisen zudem auf die komplexen Faktoren hinter kriminellem Verhalten und die gemeinsame Verantwortung bei der Prävention.
Im Jahr 2024 ereigneten sich fast drei von zehn Gewaltdelikten im öffentlichen Raum. Zwei von zehn fanden in privaten Wohnungen statt, eines von zehn stand im Zusammenhang mit Verkehrsmitteln. Trotz dieser Zahlen geben über 90 Prozent der Menschen an, sich in ihrer Nachbarschaft und in den eigenen vier Wänden sicher zu fühlen. Doch dieses Vertrauen variiert je nach Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund und sogar Tageszeit.
Das Risiko, Opfer oder Täter zu werden, ist sehr unterschiedlich verteilt. Junge Männer tauchen in der Kriminalstatistik am häufigsten auf – sowohl als Straftäter als auch als von Gewalt Betroffene. Studien zufolge zählen Gewalterfahrungen in der Kindheit und der Umgang mit gleichaltrigen Peers, die abweichendes Verhalten zeigen, zu den zentralen Risikofaktoren. Expertinnen und Experten betonen, dass diese Muster junge Menschen zu einer Schlüsselfigur für das Verständnis der Ursachen von Kriminalität machen.
Angst und Realität decken sich jedoch nicht immer. Viele sogenannte "Angsträume" – Orte, an denen sich Menschen unsicher fühlen – entsprechen nicht den tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten. Die größten Ängste treten nachts auf, besonders wenn man allein unterwegs ist. Eine Opferbefragung aus dem Jahr 2020 ergab zudem, dass Frauen deutlich häufiger als Männer sexuelle Belästigung fürchten.
Die Forscher betonen, dass Kriminalprävention nicht allein Aufgabe der Polizei ist. Auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Jugendeinrichtungen und lokale Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag, um die tieferliegenden Ursachen anzugehen. Die Daten zeigen, dass Sicherheit sowohl vom Umfeld als auch von sozialen Bindungen abhängt.
Die Ergebnisse belegen: Zwar fühlen sich die meisten Menschen in vertrauter Umgebung sicher, doch in bestimmten Kontexten bleiben Verwundbarkeiten bestehen. Öffentliche Räume nach Einbruch der Dunkelheit sind besonders für Frauen ein großes Problem. Gleichzeitig setzen Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung zunehmend auf frühzeitige Intervention und Gemeinschaftsarbeit statt auf reine Repression.






