Gebrauchtwagenmarkt 2025: Warum die Preise noch immer schwanken und was Käufer jetzt wissen müssen
Ben HofmannGebrauchtwagenmarkt 2025: Warum die Preise noch immer schwanken und was Käufer jetzt wissen müssen
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt auch 2025 unbeständig und sucht weiterhin nach einem neuen Gleichgewicht. Zwar steigt die Nachfrage weiter an und die Halterwechsel nehmen zu, doch die Angebotsengpässe halten sich hartnäckig. Die Preise geben zwar leicht nach, spiegeln aber weiterhin die Nachwehen der Pandemie-Jahre wider.
Die Turbulenzen begannen während der Coronakrise, als globale Lieferketten zusammenbrachen. Halbleiterhersteller verlagerten ihre Produktion von Autochips hin zu Konsumelektronik und IT-Komponenten, um die stark gestiegene Nachfrage in diesen Bereichen zu bedienen. Diese Umstellung ließ die Automobilkonzerne ohne essenzielle Bauteile zurück und zwang sie zu flächendeckenden Produktionsstopps. Bis 2021 fehlten weltweit sieben bis elf Millionen Fahrzeuge – deutlich weniger, als ursprünglich prognostiziert.
Die Chipkrise löste eine Kettenreaktion aus: Neuwagenlieferungen stockten, und viele Käufer wichen auf den Gebrauchtmarkt aus. Zwischen 2021 und 2022 stiegen die Durchschnittspreise für Gebrauchtwagen in Deutschland um 19 Prozent – der stärkste Anstieg seit Jahrzehnten. Noch heute halten bestimmte Modelle wie der VW Tiguan oder der BMW X1 hohe Wiederverkaufswerte, insbesondere in den Segmenten SUV und Kompaktwagen.
Mittlerweile haben sich die Preise etwas entspannt. Anfang 2025 kostet ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland rund 27.800 Euro – ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Höchststand 2023. Die Rückgabe von Leasingfahrzeugen hat die Lage etwas entlastet, doch die Bestände liegen weiterhin etwa 25 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie. Auch die Wertverluste fallen unterschiedlich aus: Dreijährige Elektroautos mit Batterieantrieb behalten heute noch etwa 50 Prozent ihres Neupreises, während Benziner bei 63,5 Prozent und Diesel bei 62,2 Prozent liegen.
Der Markt passt sich schrittweise an – die Preise sinken leicht, und Leasingrückläufer gelangen wieder in den Handel. Dennoch zeigen anhaltende Lieferengpässe und ungleichmäßige Wertverluste, dass sich die Branche noch nicht vollständig stabilisiert hat. Vorerst müssen Käufer und Verkäufer weiterhin einen Markt meistern, der von Jahren der Umbrüche geprägt ist.






