Fünf Jahre Haft für Mutter nach siebenjähriger Gefangenschaft ihrer Tochter
Philipp ZimmermannFünf Jahre Haft für Mutter nach siebenjähriger Gefangenschaft ihrer Tochter
Eine Frau wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil sie ihre Tochter fast sieben Jahre lang eingeschlossen gehalten hatte. Das Mädchen, das im September 2022 befreit wurde, litt unter schweren Entwicklungsstörungen und konnte kaum noch laufen. Die Behörden deckten den Fall auf, nachdem die Mutter und ihre Angehörigen jahrelang getäuscht hatten.
Das Kind war erst ein Jahr alt, als die Mutter es im Haus der Großeltern einsperrte. Jahre lang besuchte es weder die Schule noch erhielt es ärztliche Behandlung. Unterdessen belog die Mutter die Behörden und behauptete, sie habe sich mit ihrer Tochter in Italien niedergelassen.
Der Vater schöpfte 2015 Verdacht, nachdem er seine Tochter in Deutschland gesehen hatte. Trotz seiner Meldung beim Jugendamt blieb die Wahrheit bis zum Sommer 2022 verborgen. Erst eine offizielle Untersuchung brachte schließlich die Isolation des Mädchens und die Mittäterschaft der Familie ans Licht.
Als die Retter das Kind fanden, hatte es große Schwierigkeiten, sich zu bewegen, und hatte fast verlernt zu laufen. Ärzte bestätigten schwere Entwicklungsstörungen durch jahrelange Vernachlässigung und Gefangenschaft.
Die Mutter erhielt eine fünfjährige Haftstrafe wegen Entführung, Freiheitsberaubung und Misshandlung. Der Fall zeigte, wie Angehörige dabei halfen, das Leid des Kindes zu vertuschen. Das Mädchen steht nun nach Jahren der Isolation und Entbehrung vor einem langen Genesungsweg.






