24 June 2026, 20:11

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretärs Interview mit Junger Freiheit spaltet Partei

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretärs Interview mit Junger Freiheit spaltet Partei

In der FDP ist eine Debatte über ein Interview entbrannt, das ihr Generalsekretär einem rechtspopulistischen Medium gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte Martin Hagen öffentlich dafür, mit der Jungen Freiheit gesprochen zu haben.

Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnete die Junge Freiheit als „nicht salonfähig“ und warnte davor, durch solche Gespräche die rechtsextreme AfD zu normalisieren. Sie argumentierte, dass Auftritte in dem Blatt der Partei Legitimität verleihen könnten.

Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, das Medium sei zwar rechtskonservativ, aber weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er, dass die Gesellschaft – besonders während der Amtszeit von Angela Merkel – die Fähigkeit verloren habe, mit gegensätzlichen Positionen zu diskutieren.

Unterdessen sagte Sabine Döring ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ab. Sie begründete dies mit Bedenken gegenüber der Wahl des Diskussionsforums. Die FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer lobte hingegen das Interview und unterstrich die Bedeutung des Austauschs mit Andersdenkenden. Hagen schloss zudem jede Zusammenarbeit mit der AfD aus und betonte, die Partei komme für die FDP nicht als Partner infrage.

Der Streit zeigt die Spannungen innerhalb der FDP über den Umgang mit Medien und politischen Grenzen auf. Hagens Interview stößt auf Kritik, findet aber auch Unterstützung in der Partei. Die FDP hält weiterhin an ihrer Ablehnung einer Kooperation mit der AfD fest.

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