Ehegattensplitting spart Steuerzahlern 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Philipp ZimmermannEhegattensplitting spart Steuerzahlern 25 Milliarden Euro – wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro
Eine neue Analyse des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, wie sich diese Ersparnisse auf verschiedene Haushalte verteilen. Die Ergebnisse machen deutlich, welche Familien am stärksten von den aktuellen Regelungen profitieren.
Die von IW-Steuerexperte Tobias Hentze durchgeführte Studie belegt, dass 90 Prozent der Steuerersparnis an verheiratete Paare mit Kindern fließen. Innerhalb dieser Gruppe erhalten fast zwei Drittel der Begünstigten Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" – also Minderjährigen oder solchen, die sich noch in Ausbildung oder Studium befinden. Das verbleibende Drittel kommt Eltern zugute, deren Kinder bereits ihre Ausbildung abgeschlossen haben und erwachsen sind.
Beim Vergleich der Haushaltstypen entfallen 63 Prozent des gesamten Vorteils auf Paare, bei denen beide Partner ein Einkommen erzielen. 37 Prozent hingegen gehen an Haushalte mit nur einem Verdienst. Kinderlose verheiratete Paare erhalten lediglich 9 Prozent der gesamten Steuerersparnis.
Die im Handelsblatt veröffentlichte Analyse berücksichtigt keine Daten zu Veränderungen der letzten fünf Jahre oder weitergehende Schätzungen des IW. Sie konzentriert sich ausschließlich auf die aktuelle Verteilung der Vorteile innerhalb des bestehenden Systems.
Jede mögliche Reform des Ehegattensplittings hätte vor allem Auswirkungen auf Haushalte mit nur einem Verdienst. Die Zahlen deuten zudem darauf hin, dass Eltern – insbesondere solche mit unterhaltsberechtigten Kindern – stark auf diese Steuerersparnisse angewiesen sind. Die jährlichen 25 Milliarden Euro bleiben ein zentraler Faktor für die Haushaltsfinanzen von Millionen verheirateter Paare in Deutschland.






