Dierfeld schafft 100-Prozent-Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
Miriam HoffmannDierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfeld schafft 100-Prozent-Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgte für Schlagzeilen, nachdem bei der jüngsten Landtagswahl eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent erreicht wurde. Alle acht wahlberechtigten Einwohner gaben ihre Stimme ab – eine makellose Bilanz für die winzige Gemeinschaft. Das Dorf, in dem nur 15 Menschen leben, ging für die Wahl eine Kooperation mit dem Nachbarort Manderscheid ein, um die Wahlgeheimhaltung zu gewährleisten.
Die Bewohner Dierfelds bestehen größtenteils aus Familienmitgliedern und Angestellten, die auf einem historischen Gut leben. Das Anwesen, das im 16. Jahrhundert als Jagdschloss errichtet wurde, ging Anfang des 20. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Greve über. Noch heute bildet das Gut das Zentrum des dörflichen Lebens.
Um die gesetzliche Vorgabe von mindestens 30 Stimmzetteln pro Wahlurne zu erfüllen, schloss sich Dierfeld für die Wahl mit Manderscheid zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es, das Wahllokal ordnungsgemäß zu betreiben und gleichzeitig die Anonymität der Wähler zu schützen. Der Schritt spiegelt eine größere Herausforderung für Rheinland-Pfalz wider, wo rund 140 der 2.300 Gemeinden weniger als 100 Einwohner zählen.
Im nahegelegenen Hamm, einem Dorf mit nur 16 Einwohnern, war das Wahllokal einst im Haus des ehemaligen Bürgermeisters eingerichtet worden. Solche Lösungen sind in ländlichen Gebieten keine Seltenheit, wo klassische Wahlräume oft unpraktikabel sind.
Doch Dierfeld engagiert sich nicht nur bei Wahlen für die Gemeinschaft: Der Ort setzt auch auf Nachhaltigkeit. Aktuell entsteht eine 15 Hektar große Solarfarmanlage, die erneuerbare Energien fördern und lokale gemeinnützige Projekte finanzieren soll.
Bei der Landtagswahl beteiligten sich Dierfelds acht Wähler ausnahmslos. Die Zusammenarbeit mit Manderscheid sorgte dafür, dass der Ablauf reibungslos verlief und die Geheimhaltung gewahrt blieb. Gleichzeitig zeigt das neue Solarprojekt des Dorfes, wie sehr man sich hier sowohl für energetische Unabhängigkeit als auch für den Zusammenhalt der Gemeinschaft einsetzt.






