Die Linke attackiert geplante Krankenkassen-Reform als ungerecht und sozial unausgewogen
Miriam HoffmannDie Linke attackiert geplante Krankenkassen-Reform als ungerecht und sozial unausgewogen
Die Linke hat die jüngsten Vorschläge zur Reform des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems scharf kritisiert. Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hatte im März 2026 insgesamt 66 Empfehlungen vorgelegt, mit denen bis 2027 Einsparungen in Höhe von 42,3 Milliarden Euro erzielt werden sollen. Die Parteiführung wirft der Regierung vor, mit den Plänen vor allem normale Versicherte zu belasten, während Wohlhabende und Vermieter von höheren Abgaben verschont blieben.
Der Bericht der Expertenkommission sieht tiefgreifende Änderungen bei der Finanzierung des Systems vor. Zu den zentralen Vorschlägen gehört die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner – eine Maßnahme, die 15,6 Millionen Menschen betreffen würde, darunter 3 Millionen Erwachsene. Zudem werden Steuern auf Zucker und Tabak erwogen, während der Bund künftig die Gesundheitskosten von Bürgergeld-Empfängern übernehmen soll. Einige Leistungen, etwa Homöopathie, sollen komplett gestrichen werden. Anders als bei früheren Reformen fasst dieses Paket über 1.700 Einzelvorschläge zu einem Gesamtkonzept zusammen und überlässt es der Politik, die finanzielle Lastverteilung festzulegen.
Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, bezeichnete die Pläne als "eine Reihe bitterer Pillen" und "ein Sparpaket auf dem Rücken der Versicherten". Die Partei verweist darauf, dass Gutverdiener derzeit einen geringeren Anteil ihres Einkommens in das System einzahlen als Durchschnittsverdiener. Zudem kritisiert sie, dass Vermieter und Großinvestoren überhaupt keine Beiträge leisten.
Die Linke fordert nun einen gerechteren Ansatz: Hochverdiener sollen stärker zur Kasse gebeten und Schlupflöcher geschlossen werden, die es Vermietern und Investoren ermöglichen, sich vor Abgaben zu drücken. Dies würde das System nach Ansicht der Partei auf eine stabile finanzielle Grundlage stellen, ohne die breite Masse der Versicherten unverhältnismäßig zu belasten.
Die Debatte über die Krankenversicherungsreform wird weitergehen, wobei die Linke eine Umverteilung der Beitragslast anstrebt. Im Mittelpunkt steht für sie, die Zahlungen von Spitzenverdienern und Vermietern zu erhöhen, statt Leistungen für die Allgemeinheit zu kürzen. Die Vorschläge der Expertenkommission müssen nun im politischen Prozess verhandelt werden, um zu klären, welche Maßnahmen schließlich umgesetzt werden.






