Deutschland stoppt F126-Programm und setzt auf MEKO-Fregatten von ThyssenKrupp
Philipp ZimmermannDeutschland stoppt F126-Programm und setzt auf MEKO-Fregatten von ThyssenKrupp
Deutschland hat beschlossen, das problembehaftete Fregattenprogramm F126 zu streichen. Der Schritt folgt auf wiederholte Verzögerungen und massive Kostenüberschreitungen beim ursprünglichen Auftragnehmer, der Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS). Stattdessen wird die Bundesregierung acht neue Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) erwerben.
Der ursprüngliche Vertrag über sechs F126-Fregatten mit DSNS hatte ein Volumen von rund 10 Milliarden Euro. Doch die Einhaltung des vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmens erwies sich als undurchführbar. Ein Wechsel zum Werftkonsortium Naval Vessels Lürssen (NVL) wäre mit Kosten von über 18 Milliarden Euro verbunden gewesen – hinzu wären mögliche Schadensersatzforderungen gekommen. Die Regierung lehnte einen Auftragnehmerwechsel schließlich ab.
Der Inspekteur der Marine hat nun bestätigt, dass die MEKO-Fregatten sämtliche Anforderungen der Deutschen Marine und der NATO erfüllen. Die ersten vier Einheiten werden voraussichtlich etwa 6,3 Milliarden Euro kosten. Deutschland hat zudem eine Option zum Kauf von vier weiteren Fregatten für rund 5,3 Milliarden Euro, die bis Ende dieses Jahres gezogen werden kann.
Die MEKO A-200 DEU ist 121 Meter lang, verdrängt knapp 4.000 Tonnen und erreicht Geschwindigkeiten von über 29 Knoten.
Die Abschaffung des F126-Programms markiert einen Kurswechsel in der deutschen Marinebeschaffung. Die neuen MEKO-Fregatten sollen das gescheiterte Projekt ersetzen, wobei die erste Tranche bereits zur Produktion freigegeben wurde. Bei Ausübung der Kaufoption für alle acht Einheiten könnte das Gesamtinvestitionsvolumen auf etwa 11,6 Milliarden Euro steigen.
