19 April 2026, 12:17

Deutschland setzt auf Windräder – selbst wo der Wind kaum weht

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland setzt auf Windräder – selbst wo der Wind kaum weht

Deutschland treibt den Ausbau der Windkraft voran – selbst in Regionen mit wenig Wind. Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, bis 2030 rund 2.000 neue Windräder zu errichten. Die Initiative soll die erneuerbaren Energien stärken, stößt jedoch auf Herausforderungen, da vor allem in süddeutschen Bundesländern wie Bayern die Windverhältnisse deutlich schwächer sind.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Süddeutschland hinkt bei der Windenergie traditionell den windreichen Norden hinterher. In Bayern liegt der durchschnittliche Wirkungsgrad der Anlagen, auch "Gütemerkmal" genannt, bei nur 55 Prozent. Dennoch stehen 76 Prozent der Windräder in schwachwindigen Gebieten – und erhalten trotzdem erhebliche Subventionen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung sieht Instrumente wie das "Referenzertragsmodell" und einen "Korrekturfaktor" vor. Diese passen die Fördergelder für windschwache Regionen nach oben an, um Investitionen attraktiver zu machen. Viele Banken verlangen sogar den Nachweis von Subventionen, bevor sie neue Projekte finanzieren.

Schneiders Plan umfasst den Zubau von 12 Gigawatt Windleistung über Ausschreibungen bis 2030. Das Vorhaben ist Teil des größeren Ziels, bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen und bis 2050 eine vollständig klimaneutrale Stromversorgung zu erreichen. Doch die hohen Kosten der süddeutschen Windparks könnten die Industrie belasten – insbesondere energieintensive Branchen.

Der Ausbau von Windkraft in windschwachen Gebieten bleibt ohne Subventionen kaum rentabel. Gelingt die Expansion, könnte sie Deutschland helfen, seine Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig droht die finanzielle Belastung für die Wirtschaft zu steigen, falls die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben.

Quelle