22 March 2026, 04:17

Deutschland prüft Wehrtauglichkeit junger Erwachsener – was bedeutet das für die Zukunft?

Ein Buch, das bunt gefärbte Militäruniformen der Deutschen Armee zeigt, mit detaillierten Elementen wie Helmen, Gewehren und anderen Waffen, begleitet von beschreibendem Text.

Militärberater bei der Einberufung: 'Eltern' Sorge wächst - Deutschland prüft Wehrtauglichkeit junger Erwachsener – was bedeutet das für die Zukunft?

Deutschland hat damit begonnen, Fragebögen an junge Erwachsene zu versenden – Teil einer neuen Bewertung der Wehrtauglichkeit. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kriegsängste, insbesondere nach den jüngsten Angriffen auf den Iran. Viele suchen nun Rat zu ihren Möglichkeiten, darunter auch die Frage nach Kriegsdienstverweigerung.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) verzeichnet eine steigende Nachfrage nach ihren Beratungsangeboten, und zwar nicht nur von 18-Jährigen, sondern auch von Reservisten und älteren Angehörigen, die sich Sorgen um eine mögliche Wiederbelebung der Wehrpflicht machen.

Am 15. Januar wurden die ersten Schreiben in Sachsen-Anhalt verschickt – der Startschuss für ein bundesweites Verfahren. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten nun einen Fragebogen, der ihre Eignung für den Militärdienst prüft. Während Männer gesetzlich verpflichtet sind zu antworten, können Frauen frei entscheiden, ob sie teilnehmen.

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Das neue System soll die freiwillige Rekrutierung für die Bundeswehr stärken. Seit Jahresbeginn zeigt sich bei den Bewerbungen für den Freiwilligendienst ein positiver Trend. Sollten die Rekrutierungsziele jedoch verfehlt werden, hat die Regierungskoalition die Möglichkeit einer "bedarfsorientierten Wehrpflicht" offen gelassen.

Unterdessen steigt die Zahl der anerkannten Anträge auf Kriegsdienstverweigerung deutlich. 2025 wurden 2.830 Gesuche genehmigt, und bis Ende Februar dieses Jahres waren es bereits 1.035. Nach deutschem Recht können diejenigen, die aus Gewissensgründen verweigern, stattdessen einen zivilen Ersatzdienst leisten.

Obwohl es derzeit keine allgemeine Wehrpflicht gibt, unterliegen Männer zwischen 18 und 60 Jahren formal weiterhin der Einberufungspflicht. Die jüngsten Spannungen haben die Debatte über militärische Verpflichtungen neu entfacht – auch Eltern und Großeltern machen sich Sorgen, dass jüngere Familienmitglieder eingezogen werden könnten.

Die Beratungsstellen der EKM verzeichnen einen Anstieg der Anfragen, insbesondere von Reservisten, die wissen wollen, was als Nächstes auf sie zukommt. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu diesen Kontakten vor, doch die Kirche bestätigt einen wachsenden Bedarf an Unterstützung bei denen, die unsicher über ihre militärischen Verpflichtungen sind.

Das neue Fragebogensystem der Regierung markiert einen Wandel in der Vorbereitung Deutschlands auf mögliche militärische Erfordernisse. Während die freiwillige Rekrutierung unter Beobachtung steht und die Kriegsdienstverweigerung zunimmt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen. Bis dahin bleiben die Beratungsangebote eine zentrale Anlaufstelle für alle, die ihre Optionen abwägen.

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