22 April 2026, 04:19

CDU-Interner Radtke zerpflückt Parteikurs: "Strategiewechsel jetzt oder Wähler vertreiben"

Detailiertes altes Stadtplan von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über die Stadt.

CDU-Interner Radtke zerpflückt Parteikurs: "Strategiewechsel jetzt oder Wähler vertreiben"

Ein hochrangiger CDU-Politiker hat die Ausrichtung seiner Partei scharf kritisiert und warnt, dass der aktuelle Kurs das Vertrauen der Wähler gefährdet. Andreas Radtke, Stellvertreter von CDU-Chef Friedrich Merz, meldete sich zu Wort, nachdem Jens Spahns jüngste Äußerung über eine Koalition, die "Niedergang verwaltet", für Aufsehen gesorgt hatte. Radtke bezeichnete Spahns Aussage als "katastrophal" und forderte einen Strategiewechsel.

Als Hauptgrund für die sinkenden Umfragewerte der Union nannte Radtke das Scheitern bei der Umsetzung zentraler Wahlversprechen. Die Partei habe sich in jüngsten Debatten vom gesunden Menschenverstand entfernt und die Wähler damit verärgert, so seine Kritik.

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In seiner Einschätzung profitiert die rechtspopulistische AfD von einer allgemeinen Krisenstimmung, während CDU und CSU kaum klare Führung zeigen. Radtke betonte, die Bürger erwarteten praktische Lösungen statt bloßer Rhetorik – etwa bei den Energiepreisen, der Sicherung von Lieferketten oder der Bürokratie.

Das Thema Migration diene seiner Ansicht nach nur als Sündenbock für tiefere Unzufriedenheit und lenke von den eigentlichen wirtschaftlichen Problemen ab. Die Forderung von CSU-Chef Markus Söder nach einer Reform des Kündigungsschutzes wies Radtke als falschen Schwerpunkt zurück. Stattdessen müsse die Union eine zukunftsweisende, christdemokratische Vision entwickeln, um der AfD-Narrative etwas entgegenzusetzen.

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem CDU und CSU unter Druck stehen, vor den anstehenden Wahlen wieder an Fahrt aufzunehmen. Radtkes Äußerungen spiegeln eine interne Debatte wider, wie man Wähleranliegen aufgreifen kann, ohne der AfD das Feld zu überlassen. Sein Appell für einen politischen Neuanfang zeigt die wachsende Unzufriedenheit in der Partei mit der aktuellen Entwicklung.

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