Berlin gründet eigene Baugesellschaft für marode Hochschulgebäude im Milliardenwert
Philipp ZimmermannBerlin gründet eigene Baugesellschaft für marode Hochschulgebäude im Milliardenwert
Berlins Hochschulen stehen vor einem grundlegenden Umbau: Senat beschließt Gründung einer eigenen Baugesellschaft
Die Hochschullandschaft in Berlin wird grundlegend reformiert, nachdem der Senat Pläne für die Gründung einer speziellen Baugesellschaft gebilligt hat. Mit dem Schritt soll ein Investitionsstau von 8 Milliarden Euro bei 450 landeseigenen Gebäuden abgebaut werden. Viele dieser Bauten, die in den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden, benötigen dringend umfassende Sanierungen, um weiter nutzbar zu bleiben.
Die neue Hochschulbaugesellschaft Berlin (BHG) übernimmt künftig die Steuerung aller großen Bauvorhaben für die elf staatlichen Hochschulen der Stadt. Durch die Bündelung der Planung unter einer zentralen Instanz erhofft sich der Senat eine Beschleunigung der dringend notwendigen Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten. Insgesamt 389 Bauprojekte soll die Gesellschaft koordinieren, davon 240 mit Fokus auf akute Sanierungsbedarfe.
Die Finanzierung erfolgt über Kredite und Mieteinnahmen, da die Hochschulen ihre Gebäude von der BHG anmieten werden. Langfristig geht das Eigentum aller Immobilien auf die Gesellschaft über. Zwischen 2032 und 2046 sind jährliche Investitionen in Höhe von 220,3 Millionen bis 298,6 Millionen Euro für Sanierungen vorgesehen.
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft wird jährlich rund 300 Millionen Euro für Mietkosten bereitstellen, um sicherzustellen, dass die Budgets für Lehre und Forschung unangetastet bleiben. Die Hochschulleitungen haben Sitze im Aufsichtsrat der BHG erhalten und damit Mitspracherechte bei Entscheidungen gesichert. Zudem bestanden sie auf Mitbestimmungsrechte, um externe Eingriffe in ihre langfristige Planung zu verhindern.
Das Gesetz tritt in Kraft, sobald das Abgeordnetenhaus zustimmt – die Abstimmung wird noch vor der Sommerpause erwartet. Betroffen sind 1,2 Millionen Quadratmeter Hochschulfläche, ein Großteil davon veraltet und sanierungsbedürftig. Durch die gebündelte Steuerung und Finanzierung will die BHG die Infrastruktur modernisieren, ohne die akademischen Haushalte zu belasten. Die ersten Projekte könnten noch in den kommenden Wochen starten, sofern das Parlament den Weg freimacht.






