26 March 2026, 22:17

Böhmermanns Enthüllung über Clownswelt schießt nach hinten los – und löst Shitstorm aus

Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das die Verantwortung der Social-Media-Plattformen für ihre Auswirkungen auf Kinder betont, dekoriert mit Sternen.

Böhmermanns Enthüllung über Clownswelt schießt nach hinten los – und löst Shitstorm aus

Eine aktuelle Recherche des Satirikers Jan Böhmermann und Zeit Online über einen rechtsextremen YouTuber hat eine heftige Debatte ausgelöst. Der Beitrag, der im ZDF Magazin Royale ausgestrahlt wurde, sollte den Kanal Clownswelt entlarven, führte jedoch stattdessen zu einem massiven Zuwachs an Popularität. Kritiker werfen dem Team nun vor, durch Doxxing und überzogene Methoden gegen journalistische Grundsätze verstoßen zu haben.

Der Streit begann, als Böhmermanns Sendung einen Beitrag über Clownswelt brachte, einen YouTube-Kanal mit mutmaßlichen Verbindungen zur rechtsextremen Szene. Statt dem Kanal zu schaden, schlug die Berichterstattung jedoch nach hinten los: Clownswelt gewann über 160.000 neue Abonnenten und kommt damit auf mehr als 384.000. Auch die Werbeeinnahmen des YouTubers blieben unbeeinträchtigt – finanzielle Einbußen gab es keine.

Konservative Medien und Nutzer in sozialen Netzwerken verurteilten umgehend Böhmermann und Zeit Online. Einige verglichen ihre Methoden mit Stasi-Überwachungspraktiken, andere forderten zur "Vergeltung" die Veröffentlichung ihrer Privatadressen. Der Medienanwalt Christian Solmecke argumentierte, die Recherche könnte gegen §126a des Strafgesetzbuchs verstoßen haben, der Doxxing explizit unter Strafe stellt.

Zur Verteidigung erklärte der Zeit-Online-Journalist Fuchs, nur ein Prozent der gesammelten Daten seien veröffentlicht worden, um die Privatsphäre zu schützen. Die taz unterstützte zwar die Intention der Recherche, fragte jedoch, ob dieselben Maßstäbe gelten würden, wenn rechtsextreme Aktivisten linke Persönlichkeiten ins Visier nähmen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) kritisierte, es gebe keine handfesten Beweise dafür, dass der Macher von Clownswelt tatsächlich rechtsextrem oder aggressiv sei.

Die Folgen der Recherche werfen grundsätzliche Fragen zu Medienethik und unbeabsichtigten Effekten auf. Während Clownswelt einen Abonnentenboom erlebte, bleibt unklar, ob sich daraus breitere Auswirkungen auf die Social-Media-Präsenz der AfD oder ihre politische Mobilisierung ergeben. Die Debatte über Doxxing und journalistische Verantwortung dauert an – eine Lösung ist nicht in Sicht.

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