09 May 2026, 22:15

Biennale Venedig 2025 startet unter Protesten und ohne Jury-Preise

Festivalkunst in Wien, Österreich, mit einem Gemälde von zwei Kindern, die Arm in Arm nebeneinander stehen und Text mit Festivaldetails.

Biennale Venedig 2025 startet unter Protesten und ohne Jury-Preise

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Teilnehmenden unter dem Motto In Moll ihre Tore geöffnet. Die bis zum 22. November laufende Veranstaltung umfasst 31 Begleitausstellungen, steht jedoch wegen der Teilnahme Israels und Russlands in der Kritik. Ein Jury-Boykott und prominente Rücktritte haben die Eröffnung des Festivals überschattet.

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Die internationale Jury hatte zunächst einen Boykott von Ländern angekündigt, deren Führungspersonen sich Vorwürfen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt sehen. Diese Entscheidung richtete sich direkt gegen Israel und Russland und führte zum Rücktritt aller fünf Jurymitglieder. In der Folge wurden die Verleihungen der Goldenen Löwen verschoben. Die Organisatoren führten stattdessen die Besucher-Löwen ein – Preise, die vom Publikum gewählt werden.

Der russische Pavillon Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel präsentiert rund 40 Künstlerinnen und Künstler und wird von Anastasiia Karneeva kuratiert. Die israelische Ausstellung Rose des Nichts wird von den Kuratorinnen und Kuratoren Michael Gov, Avital Bar-Shay und Sorin Heller geleitet und zeigt Werke des Künstlers Belu-Simion Fainaru. Beide Pavillons bleiben trotz Forderungen nach ihrem Ausschluss geöffnet.

Portugal ist mit RedSkyFalls von Alexandre Estrela im Palazzo Fondaco Marcello vertreten. Estrela hat öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels kritisiert und damit die Debatte weiter angeheizt. Unter den vielfältigen nationalen Präsentationen vertreten Brasilien und Osttimor die lusophone Welt.

Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung verteidigen ihre Entscheidung, institutionelle Neutralität zu wahren. Sie argumentieren, dass kulturelle Veranstaltungen von politischen Konflikten getrennt bleiben sollten, und ermöglichen damit allen ausgewählten Pavillons die geplante Durchführung.

Die Biennale 2025 findet trotz des Jury-Rückzugs und der verschobenen Preisverleihungen statt. Die Besucher-Löwen werden nun vom Publikum vergeben und ersetzen die traditionellen Jury-Preise. Künftige Ausgaben des Festivals könnten jedoch verstärkt darauf überprüft werden, wie politische Konflikte mit globalen Kulturplattformen in Einklang gebracht werden.

Quelle