Berliner Palliativmediziner vor Prozessende: 15 Tote und 76 Verdachtsfälle
Miriam HoffmannBerliner Palliativmediziner vor Prozessende: 15 Tote und 76 Verdachtsfälle
Der Mordprozess gegen einen 41-jährigen deutschen Palliativmediziner in Berlin nähert sich seinem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzlichen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Der Fall hat aufgrund seines Ausmaßes und seiner Schwere große Aufmerksamkeit erregt.
Der Angeklagte wurde Anfang August 2024 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess begann im Juli 2025 und konzentrierte sich zunächst auf 15 Todesfälle zwischen September 2021 und Juli 2024. Im Rahmen der Ermittlungen fand Ende April eine Exhumierung statt, um weitere Beweismittel zu sichern.
Heute wird ein psychiatrischer Gutachter ein Persönlichkeitsprofil des Angeklagten vorlegen und dessen Schuldfähigkeit bewerten. Diese Begutachtung könnte das Ende der Beweisaufnahme markieren. Die Staatsanwaltschaft prüft zudem 76 weitere Fälle, die mit dem Beschuldigten in Verbindung stehen könnten. Die Plädoyers könnten bereits am Montag, dem 29. Juni, beginnen.
Das Gericht wird nach der Sachverständigenanhörung entscheiden, ob die Beweisaufnahme abgeschlossen wird. Das Urteil wird von den vorgelegten Erkenntnissen und den laufenden Ermittlungen abhängen. Der Angeklagte bleibt bis auf Weiteres in Haft.
