Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Nina SchulzWenn's grün ist, hoppeln - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch Motive mit lokalem Kultbezug
Die Umstellung spiegelt einen wachsenden Trend zu spielerischer städtischer Identität wider – von Albrecht Dürers "Feldhase" in Nürnberg bis hin zu einer Knödel werfenden Frau in Deggendorf. Während die Bewohner die kreativen Ampeln begeistert aufnehmen, stoßen nicht alle Vorschläge auf ungeteilte Zustimmung.
Die Idee der thematischen Ampeln verbreitete sich in Bayern seit 2017. Den Anfang machte Mainz bereits im November 2016, wo bis 2019 insgesamt elf individuelle Designs installiert wurden. Es folgten Städte wie Trier, Friedberg und Hameln. München plant für Anfang 2025 drei Ampelfiguren mit dem Kobold Pumuckl, während Nürnberg bis Februar 2026 ein Dürer-inspiriertes Signal einführen will.
Doch nicht alle Entwürfe ließen sich problemlos umsetzen. Die Kasperl-Ampel in Augsburg erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. In Dachau kosteten Schablonen und Grafikdesign für Figuren in traditioneller Tracht lediglich 300 Euro. Straubing wiederum setzt auf Bruder Straubinger, eine lokale Kultfigur.
Der Vorschlag von Hof, einen Wärschtlamo – den berühmten Würstchenverkäufer der Stadt – abzubilden, wurde zunächst aus Verkehrssicherheitsbedenken abgelehnt. Nach einer erneuten Prüfung erhielt er jedoch grünes Licht und soll bald an Fußgängerüberwegen zu sehen sein. Das bayerische Innenministerium zeigt sich dennoch zurückhaltend. Beamte argumentieren, dass standardisierte Symbole eine sofortige Erkennbarkeit garantieren und so Verwirrung bei Autofahrern und Fußgängern vermeiden. Nürnberg setzte sein Dürer-Projekt trotzdem ohne Landesgenehmigung durch und übernimmt eigenverantwortlich mögliche Folgen.
Bei den Bürgern kommen die kreativen Ampeln gut an – sie bieten eine charmante Möglichkeit, regionale Identität zu zeigen. Trotz einiger bürokratischer Hürden dürften weitere Städte nachziehen. Die Diskussion, wie sich Kreativität mit der Notwendigkeit klarer Verkehrssignale vereinbaren lässt, bleibt jedoch bestehen.






