17 April 2026, 16:36

22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit

Gruppe von Menschen mit einem Banner, auf dem "Kein Feminismus ohne Transfrauen" steht, und Schildern an einemöffentlichen Platz mit einer Wand und einem Rollladen im Hintergrund.

22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit

Große Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg

Am Wochenende haben in Hamburg Tausende Menschen gegen sexualisierte Gewalt protestiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten Solidarität mit Betroffenen und forderten Konsequenzen für die Täter. Anlass der Kundgebung waren aktuelle Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen.

Fernandes sprach vor der Menge – nur eine Woche, nachdem sie ihre Erlebnisse öffentlich gemacht hatte. Sichtlich bewegt und in einer Schutzwesten wegen der Todesdrohungen, die sie seit ihren Anschuldigungen erhalten hat, appellierte sie an die Demonstrantinnen und Demonstranten, das Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen. Die Polizei sicherte die Veranstaltung ab, während Fernandes ihre Rede hielt.

Auch andere Frauen berichteten auf der Bühne von ihren Erfahrungen. Viele kritisierten, dass Gesellschaft und Institutionen bei der Aufarbeitung solcher Verbrechen systematisch versagen. Die Demonstration in Hamburg war Teil einer bundesweiten Bewegung – ähnliche Kundgebungen fanden in Berlin, Köln und München statt.

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Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, eine weitere Rednerin, fragte in ihrer Ansprache, warum Bundeskanzler Olaf Scholz Betroffene nicht öffentlich unterstützt habe. Sie warnte, dass ein Großteil der Gewalt und des Hasses im Verborgenen bleibe. Nach ihren Worten endete die Demonstration friedlich, und die Menge löste sich auf.

Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf 22.000 Menschen, während die Polizei von etwa 17.000 ausging. Der Protest unterstrich die anhaltende Forderung nach Gerechtigkeit und strukturellen Veränderungen. Fernandes und andere Rednerinnen betonten, dass Täter – nicht die Betroffenen – die Verantwortung tragen müssten. Weitere Demonstrationen sind in deutschen Städten geplant.

Quelle