Zalando-Proteste in Erfurt: 2.700 Jobs gefährdet – warum Fußballsponsoring die Wut schürt
Philipp ZimmermannZalando-Proteste in Erfurt: 2.700 Jobs gefährdet – warum Fußballsponsoring die Wut schürt
Zalando-Mitarbeiter in Erfurt protestieren gegen geplante Werksschließung
Die Belegschaft von Zalando in Erfurt demonstriert gegen die geplante Schließung ihres Standorts. Das Unternehmen begründete die Stilllegung mit wirtschaftlichen Gründen – betroffen sind rund 2.700 Beschäftigte. Die Spannungen verschärften sich zusätzlich durch die 60-Millionen-Euro-Fußballsponsoring-Verträge des Konzerns, die viele Mitarbeiter als falsch gesetzte Priorität kritisieren.
Die Entscheidung, den Standort Erfurt zu schließen, soll Überkapazitäten abbauen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern. Doch Betriebsrat und Belegschaft sehen darin einen Widerspruch angesichts der hohen Summen, die in das Fußball-Engagement fließen. Zalando verteidigt das Sponsoring mit dem Argument, es fördere den Zusammenhalt der Menschen.
Tony Krause, Vorsitzender des Betriebsrats, übt scharfe Kritik an der Unternehmensführung. Während die Mittel für den Fußball scheinbar unbegrenzt seien, werde das Existenzrecht der Beschäftigten ignoriert, so Krause. Erste Gespräche zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung waren zuvor gescheitert, doch Ende Mai wurden die Verhandlungen wiederaufgenommen.
Aktuell verhandelt der Betriebsrat über ein Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter. Der Konflikt spiegelt die wachsende Verärgerung der Belegschaft über die finanziellen Entscheidungen des Unternehmens wider.
Von der Schließung sind etwa 2.700 Arbeitsplätze in Erfurt betroffen. Die Verhandlungen über Abfindungsregelungen laufen noch. Der Streit offenbart die Kluft zwischen der Unternehmensstrategie der Führungsebene und den Sorgen der Beschäftigten um Arbeitsplatzsicherheit und Ausgabenprioritäten.






