Warum das Humboldt Forum Berlin bis heute polarisiert und fasziniert
Miriam HoffmannWarum das Humboldt Forum Berlin bis heute polarisiert und fasziniert
Das Humboldt Forum in Berlin bleibt Jahre nach seiner Eröffnung umstritten
Trotz seiner ehrgeizigen Ziele und kulturellen Angebote wirkt das Humboldt Forum in Berlin noch immer wie ein Fremdkörper in der Stadt. Seine monumentale Architektur und die umstrittene Finanzierung sorgen gleichermaßen für Bewunderung wie Kritik.
Reiche konservative Geldgeber unterstützten das Projekt zunächst mit dem Ziel, Berlins preußischen Glanz wiederherzustellen. Heute beherbergt das Forum das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Doch sein Design wird eher als Palast denn als öffentlicher Raum wahrgenommen – viele empfinden das Gebäude als abweisend.
Mit rund 634.000 Besuchern jährlich liegt es weit hinter dem Louvre (13 Millionen). Die meisten Gäste sind Touristen, obwohl das Programm als hochwertig gilt. Dennoch hat das Forum eine zentrale Rolle in der Debatte über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt eingenommen.
Die Künstlerin Sarah Ama Duah stellte mit ihrer Performance to build to bury to remember kürzlich koloniale Perspektiven infrage, indem sie Objekte als autonome Körper inszenierte. Gleichzeitig gestehen einige, wie Duah selbst, eine fast peinlich hartnäckige Faszination für das Forum ein – trotz aller Kritik kehren sie immer wieder zurück.
Das Humboldt Forum bleibt eine polarisierende Institution in Berlin. Es ist zum Kristallisationspunkt für Diskussionen über Geschichte, Besitzansprüche und Zugang geworden. Sein Einfluss auf den kulturellen Diskurs ist unbestritten, doch seine räumliche und gesellschaftliche Integration wird weiterhin hinterfragt.
